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Matthias Mann – Körber-Preisträger 2012

Der Physiker und Bioinformatiker Matthias Mann hat sich zum Ziel gesetzt, den Code des »Proteoms« zu knacken. Er erhofft sich davon unter anderem neue Erkenntnisse im Kampf gegen Diabetes und Krebs.

Der mit 750.000 Euro dotierte Körber-Preis 2012 ging an Matthias Mann. Der interdisziplinär arbeitende Wissenschaftler erhielt die Auszeichnung für seine bahnbrechenden Arbeiten zum Proteom, der Gesamtheit aller Eiweiße eines Lebewesens.

Die Entschlüsselung des Proteoms ergänzt und erweitert das bereits abgeschlossene »Human Genome Project«, mit dem das menschliche Genom sequenziert wurde. Das Genom ist die Gesamtheit aller Erbanlagen (Gene), das Proteom die Gesamtheit aller Proteine. Während die Gene (DNA) passiv in den Zellkernen schlummern und zeitlebens meist unverändert bleiben, ändern sich die von der Zellmaschinerie aus der DNA erzeugten Proteine ständig. Das Proteom liefert daher immer nur eine Art »Momentaufnahme«. Doch gerade dies eröffnet Forschern völlig neue Perspektiven: So verrät etwa der Vergleich des Proteoms gesunder und kranker Zellen, welche Proteine die Entstehung von Krankheiten wie Krebs begünstigen oder hemmen.

Das Besondere an dem von Matthias Mann entwickelten massenspektrometrischen Verfahren ist, dass sämtliche Proteine einer Zelle auf einen Schlag analysiert werden können, während sich Forscher traditionell nur mit der Wirkung eines oder einiger weniger Proteine befassen.

Der Körber-Preis ehrt Wissenschaftler mit besonders innovativen Forschungsvorhaben. Ein international zusammengesetztes Kuratorium unter dem Vorsitz von Professor Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, wählte den Preisträger aus.

Matthias Mann im Gespräch mit Ranga Yogeshwar

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