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Immanuel Bloch – Körber-Preisträger 2013

Der deutsche Physiker wurde für seine wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Quantensimulation mit ultrakalten Atomen ausgezeichnet. Bloch erzeugt einen mikroskopischen »Lichtkristall« aus Laserstrahlen, in dessen »optischen Käfigen« ultrakalte Atome eingefangen werden.

Prof. Dr. Immanuel Bloch erhielt für seine Arbeiten, die ein neues Forschungsgebiet an der Schnittstelle von Quantenoptik, Quanteninformationsverarbeitung und Festkörperphysik eröffnet haben, den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2013.

Nach dem Physikstudium und einem Forschungsaufenthalt an der Stanford-Universität promovierte Immanuel Bloch beim späteren Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität. Seit 2008 ist der wissenschaftlicher Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und Professor für Quantenoptik an der LMU.

Bloch widmet sich schwerpunktmäßig der Untersuchung ultrakalter »Quantengase« in künstlichen Kristallen aus Licht. Solche Systeme dienen unter anderem als stark vergrößerte Laborsimulationen von Festkörpern. Als Festkörper bezeichnen Physiker feste Materialien wie Metalle oder Keramiken.

Mit diesem »Quantensimulator« lassen sich theoretische Modelle über den Aufbau von Festkörpern genau überprüfen. Er ermöglicht außerdem Experimente unter extremen, bisher im Labor nicht erreichbaren Bedingungen. Diese Erkenntnisse können künftig helfen, Materialien mit maßgeschneiderten Eigenschaften zu entwickeln – etwa neue Supraleiter, die Strom verlustfrei leiten können.

Der Körber-Preis zeichnet jährlich herausragende, in Europa tätige Wissenschaftler für deren zukunftsträchtige Forschungsarbeiten aus. Prämiert werden exzellente und innovative Forschungsansätze mit hohem Anwendungspotential auf dem Weg zur Weltgeltung. Die Auswahl trifft ein international besetztes Kuratorium unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.

Körber Lecture am 5. September 2013: Info als PDF

Immanuel Bloch im Interview mit Ranga Yogeshwar

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