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    Körber-Stiftung startet Bürgerdelphi zum Umgang mit Gesundheitsdaten

    Am 24. Februar ist mit einer digitalen Auftaktveranstaltung das Bürgerdelphi »Gesundheitsdaten: Zukunftschance oder Wegbereiter für den gläsernen Patienten?« gestartet. Diskutiert werden die Chancen und Risiken der elektronischen Patientenakte, neuartiger Gesundheits-Apps und einer Datenspende für die Forschung.

    Sind meine Gesundheitsdaten in einer elektronischen Patientenakte gut aufgehoben? Welche Vorteile bieten Gesundheits-Apps, die mir zukünftig Ärztinnen und Ärzte verschreiben können? Bin ich bereit, derart persönliche und sensible Daten der medizinischen Forschung zu spenden, damit am Ende alle profitieren? Solchen und ähnlichen Fragen gehen über zwanzig interessierte Bürgerinnen und Bürger in einem mehrmonatigen Delphi nach, das am 24. Februar auf Einladung der Körber-Stiftung gestartet ist. In digitalen Workshops, Rollenspielen, Befragungen und Feedbackrunden erkunden sie die Möglichkeiten, Chancen und Risiken einer verstärkten Digitalisierung des Gesundheitswesens. Ungeklärte oder besonders strittige Fragen, aber auch vielversprechende Lösungen sollen im Dialog und mit Unterstützung eines unabhängigen Experten identifiziert werden. „Uns ist es wichtig, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine fundierte Meinungsbildung auf diesem Feld zu ermöglichen“, so Matthias Mayer, Leiter des Bereichs Wissenschaft der Körber-Stiftung, „wir wollen aber auch eine Übersicht über die wichtigsten Argumente für und gegen bestimmte Lösungen gewinnen, die wir dann in die öffentliche Debatte einspeisen können.“

    Das im Bürgerdelphi diskutierte Thema ist hochaktuell, denn Deutschland steht vor einem tiefgreifenden Umbruch, was die Digitalisierung des Gesundheitswesens anbelangt. So können seit dem 1. Januar 2021 zum Beispiel alle gesetzlich Versicherten eine elektronische Patientenakte von ihren Krankenkassen erhalten, in der medizinische Befunde und Informationen aus vorhergehenden Untersuchungen und Behandlungen über Praxis- und Krankenhausgrenzen hinweg umfassend gespeichert sind. Per Smartphone oder Tablet können sie auch selbst ihre Akte einsehen, Dokumente speichern oder auch löschen. Die Entscheidung, ob solch eine Akte angelegt wird, was in diese Akte hineinkommen soll und welche Behandelnden genau auf diese Daten zugreifen soll, überlässt der Gesetzgeber aber jedem selbst.

    Das Bürgerdelphi ist ein Baustein des Körber-Zukunftsdialoges, in dem Bürgerinnen und Bürger diskutieren, wie sie mit neuen Technologien in Zukunft leben wollen. Nach Abschluss und Vorstellung der Ergebnisse des Bürgerdelphi sind im zweiten Halbjahr weitere Beteiligungsveranstaltungen geplant, zu denen Interessierte herzlich eingeladen sind.


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