X

Körber Studio Junge Regie 2015

Fünf Tage lang wurde das Thalia in der Gaußstraße zum Treffpunkt für die Theatermacher der Zukunft. Das Körber Studio Junge Regie lud vom 10. bis 14. Juni 2015 Studierende und Dozenten der Hochschulen, an denen die Theorie und Praxis des Regieführens gelehrt wird, nach Hamburg ein. Das Festival gilt als »das renommierteste seiner Art« (Süddeutsche Zeitung). Zu sehen waren dreizehn Arbeiten, die von den Instituten als herausragende Inszenierungen fürs Festival nominiert wurden. Ziel des Treffens, das in diesem Jahr zum zwölften Mal stattfand, ist es, die Vielfalt von Begabungen und Visionen der zukünftigen Regiegeneration öffentlich zu präsentieren und den Studierenden in Publikumsgesprächen und täglichen (nicht-öffentlichen) Gesprächsrunden die Möglichkeit zu geben, ihre Inszenierungen, Arbeitsweisen und Ideen zu diskutieren. Neben den zwölf Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nahm in diesem Jahr auch die Norwegische Theaterakademie Fredrikstad am Wettbewerb teil. Das Festival ist ein Gemeinschaftsprojekt des Thalia Theaters, der Körber-Stiftung und der Theaterakademie Hamburg unter der Schirmherrschaft des Deutschen Bühnenvereins.

Festivalprogramm zum Download (PDF)

Öffentliche Jurysitzung am 14.06.2015 (Video)

Interviews mit Regisseuren (Video)

Festival-Blog

Preisträger 2015

Als Preisträger des 12. Körber Studio Junge Regie 2015 ist die Inszenierung »Stop Being Poor« von und mit Anders Firing Aardal, Matias Askvik, David Jensen, Marthe Sofie Løkeland Eide, Ylva Owren und Heiki Eero Riipinen ausgezeichnet worden. Die Produktion entstand 2015 als freie Abschlussinszenierung an der Norwegischen Theaterakademie Fredikstad.

Interview mit dem norwegischen Regie-Team (Video)

Pressemeldung

Der undotierte Publikumspreis ging an die Inszenierung »FaustIn and out« von Elfriede Jelinek in der Regie von Paulina Neukampf von der Theaterakademie Hamburg.

Der Preis

Eine fünfköpfige Jury von Theaterfachleuten diskutierte die Arbeiten zum Abschluss des Festivals öffentlich und zeichnete die nach ihrer Ansicht beste Arbeit aus. Die Körber-Stiftung unterstützt den Gewinner bei seiner neuen Regiearbeit an einem renommierten Stadt- oder Staatstheater oder alternativ in der Freien Szene durch einen Produktionskostenzuschuss in Höhe von 10.000 Euro.

Die Jury 2015

Peter Carp (Intendant Theater Oberhausen und Regisseur), Cornelia Fiedler (freie Journalistin, u.a. Süddeutsche Zeitung, Theater heute), Dr. Christoph Rodatz (Theaterwissenschaftler, u.a. Autor von »Der Schnitt durch den Raum«, und freier Theatermacher), Rita Thiele (stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin, Deutsches Schauspielhaus Hamburg) und Roger Vontobel (freier Regisseur).
Die Moderation der öffentlichen Jurysitzung übernahm Barbara Burckhardt (Theater heute).

Die bisherigen Preisträger

2003 David Bösch (Zürcher Hochschule der Künste)

2004 Agnes Hansch (Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin)

2005 Seraina Maria Sievi (Zürcher Hochschule der Künste)

2007 Julia Hölscher (Theaterakademie Hamburg)

2008 Heike M. Götze (Zürcher Hochschule der Künste)

2009 Daniel Pfluger (Zürcher Hochschule der Künste)

2010 Kristofer Gudmundsson, Gesine Hohmann und Stephan Stock (Universität Hildesheim, Studiengang Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis)

2011 Gernot Grünewald (Theaterakademie Hamburg)

2012 Malte C. Lachmann (Bayerische Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München)

2013 Arnita Jaunsubrena, Lea Schneidermann und Kim Willems (Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen)

2014 Adele Dittrich Frydetzki, Kristina Dreit, Marten Flegel und Anna Froelicher (Institut für Medien und Theater der Universität Hildesheim)

Internationale Kontakte

Die Öffnung des Festivals für internationale Hochschulen hat inzwischen Tradition. In diesem Jahr nahm mit der Norwegischen Theaterakademie Fredrikstad erstmals ein Studiengang aus dem Bereich Szenografie am Wettbewerb teil. Die bisherigen internationalen Gäste waren 2009 und 2012 die Theater schule Amsterdam, 2010 die Warschauer Theaterakademie Aleksander Zelwerowicz, 2011 The Danish National School of Theatre and Contemporary Dance aus Kopenhagen, 2013 die École Supérieure d’Art Dramatique aus Straßburg und 2014 die SNDO (School for New Dance Development) aus Amsterdam.

Im Fokus: Spiel-Räume

Begegnung und Austausch stehen seit jeher im Mittelpunkt des Festivals Körber Studio Junge Regie. Als zusätzliches Angebot ermöglicht das Festival den Schauspielregie-Studierenden die Auseinandersetzung mit einer benachbarten Kunstsparte. Ziel ist es, das eigene Blickfeld zu erweitern und sich über die Spartengrenzen hinweg zu vernetzen. In Abstimmung mit den beteiligten Hochschulen standen »Spiel-Räume« im Fokus des diesjährigen Festivals. Die internationale Schule kam deshalb in diesem Jahr erstmals aus dem Bereich Szenografie. Eingeladen wurde die Norwegische Theaterakademie Fredrikstad, die mit der Produktion Stop Being Poor am Wettbewerb teilnahm.

»… dass das Ich nicht Herr sei in seinem eigenen Haus – Eine Methode zur Bildfindung«

Masterclass (nicht-öffentlich) mit Muriel Gerstner

Zum Auftakt des Festivals arbeiteten Regiestudierende unter Anleitung der Bühnenbildnerin Muriel Gerstner an einem Raumkonzept für einen literarischen Text, um über die räumliche Einbettung eine eigene Erzählweise zu finden. Hierbei diente Freuds Verknüpfung von räumlicher Struktur und Seelenleben als Methode zur Bildfindung.

Muriel Gerstner, *1962 in Basel, studierte Bühnenbild in Wien bei Axel Manthey. Zusammenarbeit mit Sebastian Nübling, Johan Simons, Barbara Frey, Karin Henkel, Claus Guth und Roger Vontobel. Stationen ihrer Arbeit sind u.a. die Münchner Kammerspiele, das Schauspielhaus Zürich, das DeutschesSchauSpielHaus Hamburg, die Hamburgische Staatsoper, die RuhrTriennale und das NTGent. Einladungen zu Festivals im In- und Ausland, darunter sechs zum Berliner Theatertreffen. Bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift »Theater heute« wird Muriel Gerstner 2002 zur Nachwuchsbühnenbildnerin und 2006 zur Bühnenbildnerin des Jahres gewählt. 2007 vertritt sie die Schweiz bei der Prager Quadriennale für Bühnenbild.

to top