X

Körber Studio Junge Regie 2018

Vom 06. – 10. Juni 2018 wurde Hamburg zum Treffpunkt für den Regienachwuchs. Das Festival Körber Studio Junge Regie lud zum fünfzehnten Mal Studierende und Lehrende aus den Regiestudiengängen der deutschsprachigen Hochschulen ins Thalia in der Gaußstraße ein. An fünf Tagen waren zwölf Arbeiten zu sehen, die von den Instituten als herausragende Inszenierungen nominiert worden waren. Das Festival gilt als die »bundesweit wohl wichtigste Plattform für den Regienachwuchs« (NDR Kultur). Für welche Themen und Theaterformen interessiert sich die Theatergeneration der Zukunft? Ziel des Treffens ist es, die Vielfalt von künstlerischen Inhalten und Ästhetiken öffentlich vorzustellen und den Studierenden die Möglichkeit zu geben, ihre Inszenierungen, Arbeitsweisen und Ideen mit dem Publikum und untereinander zu diskutieren. 2018 wurde erstmals eine Arbeit zu Digitalen Medien aus dem Studiengang »Zeitgenössische Puppenspielkunst« der Berliner HfS »Ernst Busch« außer Konkurrenz gezeigt. »Digitale Welten im Theater« war auch Thema des Eröffnungsvortrags von Kay Voges, Intendant des Schauspiel Dortmund.

Das Körber Studio Junge Regie ist ein Festival des Thalia Theaters, der Körber-Stiftung und der Theaterakademie Hamburg unter der Schirmherrschaft des Deutschen Bühnenvereins.

Festivalprogramm zum Download (PDF)

Trailer

Interviews mit den Regisseurinnen und Regisseuren

Fotogalerie 2018

Fotos: Körber-Stiftung/Krafft Angerer

Der Preis 2018

Eine fünfköpfige Jury von Theaterfachleuten diskutierte die Arbeiten zum Abschluss des Festivals öffentlich. Als Preisträger des Körber Studio Junge Regie 2018 ist Arthur Romanowski für seine Inszenierung »Irgendwas für irgendwen an irgendeinem Tag im Juni« (Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Gießen) ausgezeichnet worden. Die Körber-Stiftung unterstützt den Gewinner bei seiner neuen Regiearbeit an einem Stadt- oder Staatstheater oder in der Freien Szene durch einen Produktionskostenzuschuss in Höhe von 10.000 Euro.

Zur Shortlist der besten drei Inszenierungen zählten außerdem »Saal 600«, Regie Kevin Barz, Otto Falckenberg Schule, München und »BURT [when i was five i killed myself]« nach Howard Buten, Regie Alice Bogaerts, HfS »Ernst Busch«, Berlin.

">Videointerview mit Arthur Romanowski

">Video der öffentlichen Jurysitzung am 10.06.2018

Informationen zum Stück

Irgendwas für irgendwen an irgendeinem Tag im Juni
Regie, Konzept und Idee Arthur Romanowski
Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Gießen

Life is like a box of confusion. You always know what you get: It’s chocolate. – Aber irgendwas muss doch heute noch möglich sein, und sei es nur was für mich. Ich ruf dich an, geh doch endlich ran, dann machen wir einen Spaziergang oder lesen ein Buch. Dem Autor, Regisseur und Performer Arthur Romanowski ist dabei zuzusehen, wie er versucht, eine Bühne als Möglichkeitsraum persönlichen Handelns zu verstehen: Was kann ich tun, was will ich tun? IRGENDWAS FÜR IRGENDWEN! UND SEI ES NUR FÜR MICH!

Arthur Romanowski, *1992 in Berlin, studiert Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und arbeitet als Schauspieler und Performer. Nach Engagements am Maxim Gorki Theater und am Theater an der Parkaue und u.a. bei Armin Petras, Felicitas Brucker und Carlos Manuel entwickelte er ab 2010 eigene Stücke an der JTW Spandau und der Neuköllner Oper. Seit 2018 arbeitet er mit Kommando Pnimin am Theater Hoch X München.

Regie, Konzept und Idee Arthur Romanowski
Technik/Outside Eye Janna Pinsker
Darsteller Arthur Romanowski, Antonia Beeskow

Freies Projekt 2017
Spieldauer 70 Minuten

Der undotierte Publikumspreis ging an die Inszenierung »Objektiviert Uns! Ein Expertenprojekt zum Thema Sexualität & Behinderung« Regie und Konzept: Konrad Wolf, Thomas Bernhard Institut, Universität Mozarteum Salzburg.

">Videointerview mit Konrad Wolf

Informationen zum Stück

Objektiviert Uns!

Ein Expertenprojekt zum Thema Sexualität &Behinderung

Regie und Konzept Konrad Wolf

Thomas Bernhard Institut, Universität Mozarteum Salzburg
Ich sprach zu einem Mägdelein:/Du hast nur einen Haxen!/Das macht ja nix, sei trotzdem mein/ Er wird dir doch nicht wachsen!/Da bracht sich mir das Mägdlein dar/Im weißen Bettgehege/Der abgehackte Haxe war/Mir durchaus nicht im Wege/ Krüppel ham so was Rührendes/Krüppel ham was Verführendes. (Krüppellied, Peter Hammerschlag) Dass Behinderte eine Sexualität besitzen, wird gerade noch akzeptiert. Aber sie zu begehren, ist unvorstellbar. Genau hierzu fordern wir euch auf. Begehrt uns! Objektiviert uns!

Konrad Wolf *1992 in Essen, hospitierte am Schauspielhaus Bochum und am Münchner Volkstheater. Seit 2014 Regiestudium am Mozarteum Salzburg. 2015 erste Regiearbeit bei der Young Artists Week, Salzburg. 2017 Teilnahme an der Winterschool am RITCS Brüssel. Es folgten weitere Hospitanzen bei Amélie Niermeyer, Volker Lösch und am Rambazamba Theater Berlin.

Regie und Konzept Konrad Wolf
Ausstattung Sophie Rieser
Salzburger Expert* innen Christina Kaser, Richard Schaefer, Niklas Mitteregger, Christian Schrempf-Ölmark
Klabauter Ensemble, Hamburg Dagmar Dethlefsen, Sabrina Fries, Oliver Gerhard, Katrin Heins, Conny Neudeck, Amon Nirandorn, Sven Olejnik, Lars Pietzko, Marc-André Steffen, Thea Sagawe, Agnes Wessalowski, Emily Willkomm

Regiearbeit Sommersemester 2016–2018
Spieldauer 60 Minuten
In Kooperation mit Klabauter Theater, Hamburg

Die Jury 2018

Esther Boldt (Kritikerin, nachtkritik.de, Theater heute, taz), Bettina Bruinier (Schauspieldirektorin, Saarländisches Staatstheater), Martin Hammer (Kurator, Wiesbaden Biennale), Tomas Schweigen (Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer, Schauspielhaus Wien) und Christian Tschirner (Dramaturg, Deutsches Schauspielhaus Hamburg). Moderation der öffentlichen Jurysitzung: Catarina Felixmüller (freie Journalistin).

Die bisherigen Preisträger

2003 David Bösch (Zürcher HdK), 2004 Agnes Hansch (HfS »Ernst Busch« Berlin), 2005 Seraina Maria Sievi (Zürcher HdK), 2007 Julia Hölscher (Theaterakademie Hamburg), 2008 Heike M. Götze (Zürcher HdK), 2009 Daniel Pfluger (Zürcher HdK), 2010 Kristofer Gudmundsson, Gesine Hohmann und Stephan Stock (Universität Hildesheim), 2011 Gernot Grünewald (Theaterakademie Hamburg), 2012 Malte C. Lachmann (Bayerische Theaterakademie München), 2013 Arnita Jaunsubrena, Lea Schneidermann und Kim Willems (Angewandte Theaterwissenschaft Gießen), 2014 Adele Dittrich Frydetzki, Kristina Dreit, Marten Flegel und Anna Froelicher (Universität Hildesheim), 2015 Anders Firing Aardal, Matias Askvik, David Jensen, Marthe Sofie Løkeland Eide, Ylva Owren und Heiki Eero Riipinen (Norwegische Theaterakademie Fredrikstad), 2016 Anna Elisabeth Frick (ADK Baden-Württemberg, Ludwigsburg), 2017 Caroline Creutzburg (Angewandte Theaterwissenschaften, Gießen)

Fokus Ausbildung: Digitale Welten

Begegnung und Austausch stehen im Mittelpunkt des Festivals. Als zusätzliches Angebot ermöglicht es den Regie-Studierenden die Auseinandersetzung mit einem besonderen Aspekt des Theaters. Ziel ist es, das eigene Blickfeld zu erweitern und sich über die Spartengrenzen hinweg zu vernetzen. In Abstimmung mit den Hochschulen standen »Digitale Welten« 2018 im Fokus. Hierzu arbeiteten Regiestudierende in einer Masterclass mit Friedrich Kirschner, Professor für Digitale Medien im Puppenspiel und Leiter des neuen Masterstudiengangs »Spiel und Objekt« an der Berliner HfS »Ernst Busch«, der aktuelle Fragestellungen des Theaters im Digitalzeitalter aufgreift. 

Interview

»Wenn es nur um die Technologie ginge, würde ich lieber ins Disneyland gehen«

Auch die Theater machen sich fit fürs Digitale Zeitalter. Inszenierungen experimentieren mit Robotik, Künstlicher Intelligenz oder Virtual-Reality und neue Studiengänge setzen sich mit den Möglichkeiten digitaler Medien auseinander. Das Theaterfestival Körber Studio Junge Regie lädt die deutschsprachigen Regiestudiengänge alljährlich ins Thalia in der Gaußstraße ein. An fünf Tagen waren zwölf Arbeiten zu sehen, die von den Instituten als herausragende Inszenierungen nominiert wurden. 2018 ermöglichte das Festival den Studierenden als zusätzliches Angebot die Auseinandersetzung mit dem Thema »Digitale Welten im Theater«. Hierzu gab es eine Aufführung mit digitalen Medien vom Studiengang »Zeitgenössisches Puppenspiel« der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«, Berlin, die als Gastschule am Festival teilnahm. Friedrich Kirschner, Professor für Digitale Medien in diesem Studiengang, leitete auch eine Masterclass zum Auftakt des Festivals, in der Studierende mit digitalen Medien arbeiteten. Stephanie Lubbe sprach mit ihm über Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels im Theater.

zum Interview

Gasthochschulen

Das Festival lädt eine Gasthochschule zum Festival ein, in der Regel aus dem europäischen Ausland. 2018 nahm passend zum Thema »Digitale Welten« der Studiengang »Zeitgenössische Puppenspielkunst« der Berliner HfS »Ernst Busch« mit einer Arbeit zu Digitalen Medien außer Konkurrenz am Festival teil. Außerdem schickte die Theaterakademie der Uniarts Helsinki (TeaK) Regiestudierende als Beobachter zum Festival. Bisherige Gasthochschulen: u.a. Theaterschule Amsterdam, Norwegische Theaterakademie Fredrikstad, École Supérieure d’Art Dramatique, Straßburg.

Mehr erfahren

Nach den Vorstellungen gab es die Gelegenheit, in Publikumsgesprächen mehr über die Aufführungen zu erfahren. Die Gespräche wurden von Dramaturgiestudierenden der Theaterakademie Hamburg moderiert. Außerdem erzählen die Regisseurinnen und Regisseure in Videointerviews über die Hintergründe ihrer Arbeiten.

Festivalleitung

Karin Becker (Thalia Theater Hamburg), Sabina Dhein, Dr. Barbara Müller-Wesemann (Theaterakademie Hamburg), Stephanie Lubbe (Körber-Stiftung)

Fotos: Körber-Stiftung/Krafft Angerer

to top