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Körber Studio Junge Regie
  • Preis für Hochschuljahrgang 2020: »Messy History Lessons«, Regie: Caroline Kapp, Otto Falckenberg Schule, München (Foto: Laura Kansy)
  • Preis für Hochschuljahrgang 2021: »R-Faktor. Das Unfassbare«, Regie: Ayşe Güvendiren, Otto Falckenberg Schule, München, mit Şafak Şengül (Foto: Nicole Marianna Wytyczak)
  • - Meldung

    Körber Studio Junge Regie 20/21 geht mit zwei Preisen zu Ende

    Caroline Kapp (Jahrgang 2020) und Ayşe Güvendiren (Jahrgang 2021) gewinnen die Preise bei der digitalen Doppel-Edition des Festivals.

    Mit zwei Preisen ist die Doppel-Edition des Körber Studio Junge Regie 20/21 am Sonntag, 6. Juni, zu Ende gegangen. Bereits am 2. Juni wurde die Inszenierung »Messy History Lessons« in der Regie von Caroline Kapp (Otto Falckenberg Schule München) für den Jahrgang 2020 prämiert. Am 6. Juni wurde »R-Faktor. Das Unfassbare« inszeniert von Ayşe Güvendiren (ebenfalls Otto Falckenberg Schule München) für den Jahrgang 2021 ausgezeichnet.

    Die Jury für den Jahrgang 2020, bestehend aus Susanne Meister (Dramaturgin, Thalia Theater Hamburg), Tina Lanik (Regisseurin) und Matthias Schulze-Kraft (künstlerischer Leiter, Lichthof Theater Hamburg), diskutierte ihre Entscheidung für »Messy History Lessons« öffentlich im Anschluss an die letzte Vorstellung des Jahrganges in einer Videokonferenz:

    »Ein außergewöhnlich interessanter Jahrgang, die Produktionen sind teilweise noch vor der Pandemie entstanden. Gezeigt wurde eine große Bandbreite von freier Stückentwicklung bis hin zu unterschiedlichsten Auseinandersetzungen mit klassischen Stoffen. Die Siegerproduktion ›Messy History Lessons‹ von der Otto Falckenberg Schule München kommt direkt aus der Quarantäne als »Stunde Null« des Feminismus. Witzig, klug und leichtfüßig schreiben Regisseurin Caroline Kapp und Ensemble die ›neat history‹ des Kunstbetriebs um und chaotisieren den ordentlichen Kanon durch das Sichtbarmachen weiblicher Künstlerinnen und ihrer Werke.«

    Weitere Produktionen auf der Shortlist der Jury des Jahrgangs 2020 waren »Antigone« mit Motiven aus »Nirgends in Friede. Antigone« von Darja Stocker, Regie Julia Skof (Zürcher Hochschule der Künste) sowie »Comeback« von und mit Tobias Malcharzik & Team (Institut für Theater, Medien und populäre Kultur, Stiftung Universität Hildesheim).

    Die Jury für den Jahrgang 2021, Christian Holtzhauer (Intendant Schauspiel, Nationaltheater Mannheim), Dorothea Marcus (Kulturjournalistin und Theaterkritikerin) und Tina Pfurr (Künstlerische Leitung, Ballhaus Ost, Berlin) argumentiert folgendermaßen:

    »Eine One-Woman-Show über strukturellen Rassismus in weißen Theaterinstitutionen, entstanden aus rund 30 Interviews mit Kunst- und Kulturschaffenden. Der Clou dabei: bravourös und zynisch, lustig und lehrreich verkörpert Schauspielerin Şafak Şengül dabei rund 30 handelnde Personen, inklusive die Moderatorin der Spiel-Show nach Art der Mystery TV-Serie X-Faktor. Doch hier ist alles die Wahrheit. In R-Faktor gelingt das Kunststück einer Lehrstunde über Rassismus, präzise, verstörend, erhellend. Einem verbittert diskutierten Thema wird hier mit Humor begegnet – und echte Einfühlung ermöglicht.«

    Weitere Produktionen auf der Shortlist der Jury des Jahrgangs 2021 waren »doch an uns wird manche:r sich erinnern später noch«, Regie Jule Bökamp (ADK Baden-Württemberg, Ludwigsburg), sowie »Nina – ein filmisches Spiel«, Regie Damian Popp (Folkwang Universität der Künste Essen Künste).

    Die Körber-Stiftung unterstützt die Gewinnerinnen bei einer neuen Regiearbeit an einem Stadt- oder Staatstheater bzw. alternativ in der Freien Szene durch einen Produktionskostenzuschuss in Höhe von je 10.000 Euro. Um den Nominierten der digitalen Festivalausgabe des Körber Studio Junge Regie 20/21 eine Auftrittschance auf einer Theaterbühne zu geben, hat die Körber-Stiftung außerdem den Körber Studio Gastspielfonds eingerichtet. Theater innerhalb Deutschlands können sich bei der Körber-Stiftung um einen Zuschuss bewerben, wenn sie in der Spielzeit 2021/22 ein Gastspiel von einer der 23 Festivalproduktionen des diesjährigen Körber Studio Junge Regie an ihren Häusern zeigen möchten.

    Insgesamt 23 Nachwuchsregisseurinnen und -regisseure sowie Regiekollektive aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellten in der online stattfindenden Doppel-Edition ihre Inszenierungen vor und standen für den Nachwuchspreis zur Auswahl.

    Das Körber Studio Junge Regie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Thalia Theater, der Körber-Stiftung und der Theaterakademie Hamburg unter der Schirmherrschaft des Deutschen Bühnenvereins.

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