X
   
Aktuelles

Meldung

Lehren aus dem Dreißigjährigen Krieg?

Vor 400 Jahren begann der Dreißigjährige Krieg. Könnte der Friedensschluss von 1648 Anregungen für heutige Konfliktlösungen liefern? Diese Idee verfolgte die Körber-Stiftung mit ihrem Projekt »Ein Westfälischer Frieden für den Nahen Osten?«. Eine Publikation zeigt die Parallelen zu den Konflikten im Nahen und Mittleren Osten.

»Die Religion ist (damals) für politische Zwecke instrumentalisiert worden«, sagt Elisabeth von Hammerstein, Körber-Stiftung, in einem Interview mit der Deutschen Welle. »Es ging mindestens ebenso viel um machtpolitische Faktoren«, erläutert die Politikwissenschaftlerin. »Die Franzosen, die Habsburger, die Schweden sowie die Engländer und sogar die Osmanen hatten die Region als sehr relevant für ihre eigene Sicherheit gesehen und um die Vorherrschaft gekämpft oder darum, den Einfluss anderer Mächte zu verhindern.«

Historiker und Politikwissenschaftler sehen Parallelen zu aktuellen Konflikten wie in Syrien. Aus einem Aufstand sunnitischer Kräfte gegen das alawitisch-schiitische Herrscherhaus Baschar al-Assads wurde ein Stellvertreterkrieg. In Syrien seien es der Iran, Saudi-Arabien, die Türkei, Russland "und nicht zuletzt die USA, die eigene Interessen verfolgen und die Lage komplizierter machen", betont von Hammerstein.

Die von der Körber-Stiftung herausgegebene Publikation »Reinventing ‚Westphalia‘. Historical Lessons for a Future Peace in the Middle East« bündelt Ergebnisse von Diskussionen, die zwischen Entscheidungsträgern und Experten aus Politik und Wissenschaft im vergangenen Jahr in Amman, Riad, Teheran, Berlin und München stattfanden. Sie behandelt die Parallelen zwischen dem Dreißigjährigen Krieg und den aktuellen Konflikten im Nahen und Mittleren Osten, skizziert Lösungsansätze und schlägt Leitlinien vor, mit denen eine stabile Friedensordnung in der konfliktreichen Region etabliert werden könnte. 


to top