J. Wolfgang Wägele

Foto: Julian Kokott

J. Wolfgang Wägele wurde 1953 in Neuwied/Rhein geboren. In Kolumbien aufwachsend lernte er früh tropische Naturlandschaften kennen und beschloss, Biologe zu werden. Nach dem Studium in Kiel (1972-1977, Schwerpunkt Meereszoologie) promovierte er über damals unbekannte marine Kleinkrebse. Erste Anstellung als Akademischer Rat an der Universität Oldenburg (1981-1991). Es folgten erste meeresbiologische Antarktisexpeditionen und weitere Forschungsreisen nach Südamerika, Afrika, und Südostasien. Ab 1991 Professuren an den Universitäten Bielefeld und Bochum, von 2003-2019 Direktor des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig in Bonn, einem Leibniz-Institut, verbunden mit dem Lehrstuhl für Spezielle Zoologie der Universität Bonn.

Forschungsgrundlage ist die Taxonomie, also die Entdeckung, Unterscheidung und Beschreibung von Arten, verbunden mit Verwandtschaftsforschung (Phylogenetik). Die Erarbeitung theoretischer Grundlagen für diese Analysen und die Suche nach Fehlerquellen in viel genutzten Algorithmen ist immer noch ein Forschungsthema. Aufbauend auf diesen Methoden und Daten wurden am Museum Koenig Verfahren entwickelt, um Arten aus Umweltproben automatisiert und verlässlich zu erfassen. Dazu gehört die größte europäische Datenbank für genetische Daten von Wildarten.

Die biologische Umweltforschung muss interdisziplinärer und für die Politikberatung praxisrelevanter werden. Daher arbeitet Prof. Wägele aktuell am Bonner Leibniz-Institut am Aufbau eines Forschungszentrums für die Analyse des Biodiversitätswandels.

Stand: 16.12.2019

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