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Mehr Raum für neue Kulturtechniken

Schulen fällt es schwer, für MINT zu begeistern, wenn Technik ein gesellschaftliches Randthema bleibt, meint Matthias Mayer, Leiter des Bereichs Wissenschaft der Körber-Stiftung. Im Interview mit den VDI-Nachrichten fordert er angesichts des digitalen Wandels für die Schule mehr Raum für neue Kulturtechniken.

Die Ende November veröffentlichte TIMSS-Studie hat ergeben, dass deutsche Grundschüler in Mathematik und Naturwissenschaften international mittelmäßig sind. Auch bei den zwei Wochen später vorgestellten PISA-Ergebnissen ist in den MINT-Fächern für Deutschland keine Aufstiegsdynamik zu erkennen. Ist das ein Anlass zur Sorge? 

Im Interview mit den VDI-Nachrichten stellt Matthias Mayer, Leiter des Bereichs Wissenschaft der Körber-Stiftung, klar: »Wenn man zu den führenden Industrienationen weltweit gehören will, auf das Thema Innovation setzt, im Bereich der digitalen Transformation weit vorne liegen will und entsprechende Parolen vonseiten der Bundesregierung ausgibt, müsste Deutschland weiter vorne platziert sein. Deutschland investiert nicht die Anteile des Bruttoinlandsproduktes in Bildung, die angemessen wären.« Auch bei den immer zentraler werdenden Kompetenzen für die digitale Welt sieht er Nachholbedarf: »Die Digitalisierung muss interdisziplinär in allen Fächern Baustein zeitgemäßer Schulbildung sein. Dafür gibt es gesellschaftliche Mehrheiten. Kinder und Jugendliche müssen mit Programmieren als neue Kulturtechnik in Berührung kommen, ohne halbe Fachinformatiker werden zu müssen. Dafür ist nicht zwangsläufig ein eigenständiges Fach nötig. Man könnte ketzerisch fragen, warum Code nicht die zweite Fremdsprache sein sollte.«


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