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Mehr Symbolik als Substanz?

Aus Sicht der deutschen Bevölkerung ist Frankreich der wichtigste Partner Deutschlands. Wie lässt sich diese Zusammenarbeit konkret weiter ausbauen? Auf Einladung der Körber-Stiftung und der Hamburger Senatskanzlei diskutierten Experten, darunter der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher, Perspektiven deutsch-französischer Zusammenarbeit.

82 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass Deutschland mit Frankreich in Zukunft noch enger zusammenarbeiten sollte. Das zeigt eine aktuelle, von der Körber-Stiftung in Auftrag gegebene Umfrage. In welchen Bereichen soll die Zusammenarbeit konkret weiter ausgebaut werden? Welche Bedeutung haben die Beziehungen zwischen Paris und Berlin in Zeiten des zunehmenden Nationalismus und Populismus in Europa und darüber hinaus?

Auf Einladung der Körber-Stiftung und der Senatskanzlei sprachen im Gästehaus des Senats Experten und Multiplikatoren aus der Hamburger Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über Perspektiven der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher äußerte sich in seiner Funktion als Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit. Christophe Arend, Abgeordneter der Partei La République en Marche und Präsident der deutsch-französischen Freundschaftsgruppe in der Assemblée Nationale, brachte Aspekte von französischer Seite ins Gespräch ein.  

Einigkeit bestand darin, dass die historisch bespiellos enge Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich – von der »ewigen Erbfeindschaft« zur »dauerhaften Partnerschaft« – eine notwendige Voraussetzung für ein friedliches, vereintes und souveränes Europa ist. Ohne eine enge Abstimmung zwischen Paris und Berlin können weder die großen innereuropäischen Herausforderungen bewältigt werden, noch kann sich Europas auf globaler Ebene gegenüber Russland, China und den USA behaupten.

Stärkung der Zusammenarbeit in den Grenzregionen, Förderung von Städtepartnerschaften, bessere Kooperationen im Bildungsbereich, Klimaschutz sowie gemeinsame Gestaltung des digitalen Wandels und Klimaschutz sind nur einige Bespiele dafür, wie das Beziehungsnetz zwischen Deutschland und Frankreich noch enger gestrickt werden kann. Der von Beobachtern immer wieder erhobene Vorwurf, dass die deutsch-französischen Beziehungen oft mehr von Symbolik als Substanz geprägt seien, wurde gekontert mit dem Hinweis auf den geplanten neuen Élysée-Vertrag als auch das geplante deutsch-französische Parlamentsabkommen, die ganz konkrete Maßnahmen für eine Vertiefung und Institutionalisierung der Zusammenarbeit vorsehen. 

Entwurf Deutsch-Französisches Parlamentsabkommen
Gemeinsame Resolution für einen neuen Elysee-Vertrag
 


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