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    Mein digitales Orchester – Digitale Kompetenzen spielerisch erwerben

    »Smartphone und Tablet wurden nicht entwickelt, um Musik zu machen,« dank einer Vielzahl von Musik-Apps funktioniere dies aber sehr gut, erläutert Professor Marc Godau von der Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam auf dem 13. Deutschen Seniorentag.

    Marc Godau und die Studierenden Tim Behrendt, Elias Mogschan, Valeria Pfeifer, Kevin Sureck, Levin Tröster und Helene Walther zeigten live aus Potsdam zu geschaltet, welche Möglichkeiten Musik-Apps bieten.

    Am Beispiel von Apps wie Garageband, A Capella und TikTok zeigten die Studierenden, wie man Musik nachspielt und arrangiert. Statt auf Bratsche, Cello oder Gitarre spielen die sie auf Tablets einen klassischen Kanon. Mit der App A Capella können Splitscreenvideos beziehungsweise Mehrspuraufnahmen einfach selbst aufgezeichnet werden, um daraus einen komplexen Song zu produzieren. Über TikTok können kleine Kurzvideos im Netz veröffentlicht werden.

    Musik-Apps haben den Vorteil, dass man kein Instrument beherrschen muss und auch keine falschen Töne erzeugen kann. Ohne Barrieren und leicht handhabbar ermöglichen sie, kreativ zu sein, eigene Stücke zu spielen oder sogar zu komponieren. Die Fülle an Apps ist groß, was sie aber über das »Ausleben des eigenen kreativen Potentials hinaus interessant macht, ist der soziale Aspekt«, denn man kann sich auch über räumliche Grenzen hinweg mit anderen als Band oder auch Chor zusammenschließen, erklärt Marc Godau. Gemeinsam mit Professor Kai Koch von der Universität Vechta beschäftige er sich damit, wie digitale Musiktechnologie beim Aufbau von Digitaler Kompetenz hilfreich sein kann.

    Genau dies wollte die Körber-Stiftung mit »Mein digitales Orchester« auf den 13. Deutschen Seniorentag – der leider nicht in Präsenz stattfinden konnte, sondern kurzfristig in den digitalen Raum verlegt wurde – erproben. Wie können ältere Menschen für digitale Themen begeistert werden? Wie lassen sich Berührungsängste einfach überwinden? Die rund 30 Interessierten, die sich zugeschaltet haben, gehören bereits zur Gruppe derjenigen, die sich souverän im Internet bewegen. Längst aber keine Selbstverständlichkeit. Deshalb beton BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering in einer Presseerklärung zum Seniorentag, den die BAGSO alle drei Jahre veranstaltet: »Wir müssen alle Menschen beim digitalen Wandel mitnehmen: Wir dürfen nicht zulassen, dass ältere Menschen nicht teilhaben können, weil sie keinen Zugang zu digitalen Angeboten haben. Das ist eine Verantwortung und Herausforderung, die uns alle betrifft.«

    Unter der Überschrift »Digitalen Alterswelten« beschäftigt sich die Körber-Stiftung mit den Herausforderungen, vor denen Ältere angesichts der zunehmenden Digitalisierung stehen. Sie möchte die öffentliche Wahrnehmung für dieses Thema steigern, vernetzt Akteure, die Ältere in die digitale Welt begleiten und eröffnet allen Interessierten in öffentlichen Veranstaltungen die Möglichkeit zur Diskussion. So findet im März 2022 die Eingeloggt!-Woche statt. Die Woche ist eine gemeinsame Initiative der Körber-Stiftung, der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen und der Hamburger Volkshochschule. An mehreren Orten in Hamburg können Menschen ab 50 Jahren digitale Technik kennen lernen und beispielsweise eine VR-Brille oder einen Flugsimulator austesten oder lernen, wie man bloggt. Das Programm zur Woche wird ab Januar 2022 unter www.eingeloggt.net veröffentlicht.


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