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Mikrocomputer für Hamburgs Schulen

Alle Schüler in Hamburg sollen programmieren lernen! Für dieses Ziel hat Schulsenator Ties Rabe jetzt 250.000 Euro für die Anschaffung von bis zu 15.000 Calliope-Mikrocomputern freigegeben. Grundlage für die Entscheidung war ein erfolgreiches Pilotprogramm von Körber-Stiftung und App Camps.

Schon die Bewerbungsphase im Jahr 2017 zeigte sich vielversprechend: Knapp 70 Lehrkräfte aller Schulformen hatten sich beworben, um im Pilotprojekt mit ihren Klassen die Mikrocomputer einzusetzen. Daraufhin verdoppelte die Körber-Stiftung das Förder-Volumen, sodass insgesamt 20 Schulen teilnehmen konnten.

Kernelement des Pilotprogramms: Die geförderten Schulen erhielten neben kostenlosen Klassensätzen der speziell fürs Lernumfeld entwickelten Mikrocomputer ausführliche Unterrichtsmaterialien, Schulungen für Lehrkräfte und weitere Unterstützung. Durch den bewussten Einsatz der Rechner in diesem Kontext sollte vermieden werden, dass Hardware an die Schulen kommt, die wegen fehlender didaktischer Konzepte nicht sinnvoll genutzt werden kann.

Diese Vorgehensweise hat sich bereits bei anderen Aktivitäten von App Camps bewährt und zeigte auch beim Calliope-Modellversuch ihre Wirkung: Während der Mikrocomputer durch seine themenbasierte Einbindung ab der 4. Klasse und in allen Fächern eingesetzt werden kann (in Kunst lässt sich beispielsweise etwas zum Thema Farbenlehre, in Geografie ein Stadt-Land-Fluss-Spiel oder für den Sportunterricht ein Rundenzähler programmieren), war er im Pilotprogramm laut Schulbehörde im Fach »Natur und Technik« der Klassen 5 und 6 sowie im Wahlpflichtfach »Informatik« besonders erfolgreich.

Aufgrund dieser positiven Ergebnisse geht die Schulbehörde nun den nächsten Schritt: Mit dem zur Verfügung gestellten Geld kann rechnerisch jede Hamburger Schule mindestens einen Klassensatz der Mikrocomputer anschaffen. »Uns freut sehr, dass damit die Hamburger Schülerinnen und Schüler in der Breite die Möglichkeit haben, das Programmieren und die Welten hinter dem Bildschirm digtialer Geräte zu entdecken. Damit sie über geübte Anwender hinaus auch Gestalter digitaler Technologien werden können« sagte Julia André, Leiterin des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung und vor zwei Jahren Mitinitiatorin des Pilotprogramms. Vor allem, dass neben der Hardware-Ausstattung auch weiterhin Lehrerfortbildung und passende Unterrichtsmaterialien angeboten werden sollen, sieht sie als einen Erfolgsfaktor für die Zukunft.