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    MINT-Regionen trotzen der Corona-Krise

    Regionale MINT-Netzwerke erweisen sich in der aktuellen Situation vorerst als krisenfest. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage, die von der Körber-Stiftung in Zusammenarbeit mit sechs Landesnetzwerken und dem Nationalen MINT Forum e.V. durchgeführt worden ist.

    Netzwerkarbeit nur noch im virtuellen Raum

    Die Corona-Pandemie ist eine immense Herausforderung – auch für die MINT-Bildung in Deutschland. Schulen sind weitgehend geschlossen oder funktionieren nur im Notbetrieb, die Türen außerschulischer Lernorte sind bis auf Weiteres zu und die Netzwerkarbeit ist nur noch im virtuellen Raum möglich.

    Was bedeutet das für die 130 MINT-Regionen in Deutschland? Wie gehen sie mit der aktuellen Situation um? Welche Lösungen haben sie bereits gefunden? Und wie sieht der Blick in die nähere Zukunft aus – sowohl für die Beschäftigten als auch für die Netzwerkarbeit?

    Um eine Einschätzung der aktuellen Situation zu erhalten, hat die Körber-Stiftung mit den Landesnetzwerken in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie der Landesinitiative »Frauen in MINT-Berufen« in Baden-Württemberg und dem Nationalen MINT Forum e.V. eine gemeinsame Umfrage gestartet. 93 von 130 MINT-Netzwerke haben sich daran beteiligt und einen Einblick in ihre aktuelle Lage geben.
     
    Die wichtigsten Ergebnisse:

    1. Weitgehend krisenfest: Vorläufige Entspannung im Lockdown
      Die MINT-Netzwerke erweisen sich in der aktuellen Situation als weitgehend krisenfest. Sie verfügen überwiegend über stabile Strukturen und sind bislang nicht in der Existenz bedroht.
       
    2. Uneingeschränkt flexibel: Mehrwert der Community
      Bei dem Netzwerk der MINT-Regionen handelt es sich um eine aktive Community, die voneinander und miteinander lernt. Die Netzwerkerinnen und Netzwerker haben virtuelle Lösungen und kreative Strategien für die Arbeit vor Ort entwickelt, über die sie sich zukünftig noch stärker austauschen wollen.
       
    3. Bedingt optimistisch: Ruhe vor dem Sturm
      Die Corona-Krise wird die MINT-Netzwerke erst zeitverzögert erreichen. In den kommenden Monaten ist vor allem mit einem Rückgang der operativen und finanziellen Beteiligung von Unternehmen zu rechnen, so dass die Netzwerke zunehmend unter Druck geraten werden.

    Gemeinsam Angebote und digitale Lösungen entwickeln

    Julia André, Leiterin des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung, unterstreicht angesichts der Ergebnisse die wichtige unterstützende Funktion regionaler MINT-Netzwerke: »In der aktuellen Situation beweist sich die Stärke der regionalen Netzwerkarbeit. Gerade jetzt profitieren die MINT-Akteure von dem Austausch vor Ort, um gemeinsam neue Angebote und digitale Lösungen für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern auch unter erschwerten Bedingungen zu entwickeln.«

    Auf der anderen Seite verweist sie darauf, dass es sich bei der Umfrage nur um eine Momentaufnahme handelt. Sollten die starken Einschränkungen des Kita- und Schulbetriebs im Herbst fortgesetzt werden, könnten sowohl die Netzwerke als auch die außerschulischen Projekte und Initiativen wirtschaftlich stark unter Druck geraten. »Wir müssen aufpassen, dass die vielfältige Landschaft außerschulischer MINT-Angebote nicht durch die Corona-Krise verödet«, so André.

    Vor diesem Hintergrund ist eine Fortsetzung der Befragung für den Herbst geplant, um die weitere Entwicklung im Blick zu behalten und zeitnah reagieren zu können. Die Umfrage ist eine Initiative der Körber-Stiftung und der Landesnetzwerke in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie der Landesinitiative »Frauen in MINT-Berufen« in Baden-Württemberg und dem Nationalen MINT Forum e.V., die in einem gemeinsamen Länderbeirat organisiert sind.

    Zur Präsentation der Umfrage-Ergebnisse (PDF)

     


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