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Meldung

MINT-Regionen werden international

Das österreichische Bundesland Vorarlberg hat eine MINT-Förderstrategie beschlossen. Aktivitäten sollen von einer zentralen MINT-Koordinierungsstelle zusammengeführt werden. Für Andreas Pichler, der den Prozess federführend steuert, hat dabei der Ansatz der MINT-Regionen, für den sich die Körber-Stiftung engagiert, eine große Rolle gespielt.

Um Kinder und Jugendliche zukünftig noch besser und zielgerichteter vom Kindergarten bis zur Hochschul- und Berufsausbildung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, hat das Land Vorarlberg eine Förderstrategie entwickelt. Andreas Pichler hat als Geschäftsführer vom BIFO, einem Forum für Bildungs- und Berufsberatung im österreichischen Dornbirn, den Prozess im Auftrag des Landes Vorarlberg, der Vorarlberger Wirtschaftskammer und der Bildungsdirektion organisiert. Mit ihm hat Stephanie Kowitz-Harms, Programmleiterin im Bereich Bildung, gesprochen. 

Herr Pichler, Sie haben gemeinsam mit Vertretern aus Kommunen, Bildungsinstitutionen, Verbänden, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eine MINT-Strategie für das österreichische Bundesland Vorarlberg erarbeitet. Worum geht es dabei? Was ist das Ziel?

Vorarlberg ist eine Region mit einer florierenden Wirtschaft, hohen Lebensqualität und einem sehr guten Branchenmix und kurzen Wegen. Der Stellenwert der dualen Ausbildung, des Lehrlingswesens ist hoch und von kleinen Handwerksbetrieben bis Weltmarktführern in der Industrie und High-Tech-Unternehmen gibt es viel auf kleinem Raum. Die MINT-Strategie soll einen Beitrag dazu leisten, dass sich Kinder und junge Menschen aktiv und mit Freude mit den MINT-Themen auseinandersetzen und somit berufliche Perspektiven in diese Richtung offen haben. Die Ziele der MINT-Strategie in Vorarlberg sind MINT-Begeisterung quer durch alle Angebote, MINT-Basiswissen bei Kindern/Jugendlichen und Lehrenden, Digitalisierung und Bildungs- und Berufsorientierung. Eine Besonderheit ist, dass der Schwerpunkt der MINT-Förderung bereits sehr früh beginnen soll, also vom Kindergarten bis zum 14. Schuljahr, entlang der Bildungskette. 

In Deutschland gibt es mehr als 120 MINT-Regionen. Welche Rolle spielen sie für die Strategie, die Sie in Vorarlberg entwickelt haben? 

Der Ansatz der MINT-Regionen, für den sich die Körber-Stiftung engagiert, hat bei unserem Prozess eine große Rolle gespielt. Einerseits fanden wir darin wichtige Eckpunkte, von der Auswahl der Stakeholder bis zu Steuerungselementen, welche im nächsten Jahr als Teil der Strategieumsetzung eingerichtet werden sollen. Etwa eine MINT-Koordinationsstelle und eine MINT-Fachstelle für den Schulbereich. Gleichzeitig haben wir durch die gut aufbereiteten und dank der Internetplattforum www.mint-regionen.de leicht abrufbaren Informationen über MINT-Regionen uns schnell ein Bild machen können, was wesentliche Elemente sind, wie groß eine MINT-Region in etwa sein sollte usw. Unsere Erkenntnis daraus war dann, in Vorarlberg mehrere MINT-Subregionen unter dem Dach einer gemeinsamen Koordination anzusiedeln. Damit soll sichergestellt sein, dass Thema MINT vor Ort und sehr konkret in und außerhalb der Schulen gelebt wird.

Wie geht es jetzt in Vorarlberg weiter?

Nachdem die Strategie von der Landesregierung genehmigt und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, beginnen die Träger Land, Wirtschaftskammer und Bildungsdirektion nun mit dem Aufbau der entsprechenden Strukturen für die Umsetzung. Erste Projekte, die es im MINT-Bereich gibt, sollen dabei bereits in die Umsetzung einfließen. In jedem Prozess-Schritt sollen junge Menschen einbezogen werden.

Wie beurteilen Sie die Situation in Österreich? Gibt es ähnliche Überlegungen in anderen Bundesländern?

Die Beurteilung fällt mir schwer, da wir natürlich sehr intensiv mit den Akteuren vor Ort im Austausch waren. Ich merke aber, was mich freut, dass sich viele Länder und Regionen einen eigenen Schwerpunkt geben. Einige MINT-Angebote entstehen um einzelne Unternehmen oder Bildungsstandorte, andere wiederum bespielen sehr stark einen der MINT-Buchstaben. Aber die Notwendigkeit, aktive MINT-Förderung zu betreiben, ist sicherlich gerade überall angekommen. 

Weitere Informationen
bifo! Vorarlberg


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