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MINT-Role Models: ein Bild von Vielfalt

Ist das Arbeiten als Informatikerin nicht sehr einsam? Kann man als Ingenieurin auch eine Familie gründen? Am Ende des Jahres veranstaltete die Initiative NAT für das Mädchenprojekt »mint:pink« den letzten Programmtag. Dazu gehörte auch ein Speed-Dating mit Fragen an Frauen aus dem MINT-Bereich.

250 Schülerinnen haben im Programmjahr 2019 an dem Mädchenprojekt »mint:pink« teilgenommen. In drei aufeinanderfolgenden Tagen fanden die Abschlussveranstaltungen statt, denn mint:pink ist mittlerweile über die Stadtgrenzen hinausgewachsen und mit drei Norderstedter Schulen nehmen insgesamt 18 Schulen am Programm teil. Ein Drittel der Mädchen kamen bei »vitra« zusammen, hier geht es um »new work« und Bürogestaltung, die neuesten Ausstellungsmöbel durften in ihren Kommunikationsqualitäten getestet werden.

Ein Date mit einem Role Model funktioniert eigentlich ganz einfach: Die Frauen stellen sich und ihren Werdegang kurz vor und bringen einen Gegenstand aus ihrer Arbeit mit, um mit den Mädchen ins Gespräch zu kommen. Die Mädchen wählen dann in drei Runden die für sie interessantesten Gesprächspartnerinnen aus und befragen diese. Egal, ob zu Technik oder Karriere: »Ist das Arbeiten als Informatikerin nicht sehr einsam?«, »Kann man als Ingenieurin auch eine Familie gründen?«, »Wie hat Ihre Familie reagiert, als Sie nach der Bankausbildung auch noch studieren wollten?«, »Was braucht man, um sich selbstständig zu machen?», »Wie gut müssen Abiturienten sein, um Physik und Mathe zu studieren?« – die Mädchen haben viele Fragen und staunten nicht schlecht, wie unterschiedlich die Biografien der Frauen sind, mit denen sie an diesem Nachmittag im Viertelstundentakt sprachen. 
Und wirken die Role Models als Vorbild? »Ich habe heute gelernt, dass ich keine Angst davor haben muss, nach dem Abi eine falsche Entscheidung zu treffen. Die Frauen hier sind ja ganz unterschiedliche Wege gegangen, manche haben nach einer Ausbildung studiert, andere haben nach dem Studium noch ein weiteres Studium angeschlossen – es gibt richtig viele Möglichkeiten!«, so eine Schülerin des Gymnasiums Lohbrügge aus Bergedorf. 

In den kommenden Wochen werden die mint:pink-Teilnehmerinnen noch nicht ihre Ausbildungs- oder Studienfachwahl treffen, aber eine erste Richtungsentscheidung: In den Hamburger Schulen steht die Profilwahl bevor, in der sich die Zehntklässlerinnen für ihren fachlichen Schwerpunkt in der Oberstufe entscheiden. Sabine Fernau, die als Geschäftsführerin der Initiative NAT das Programm mint:pink entwickelt hat, weiß: »Es ist eine wichtige Weichenstellung, denn wer in der Oberstufe ‚MINT‘ abwählt, wird in der Regel nach dem Abitur kein naturwissenschaftlich-technisches Fach oder Berufsbild ansteuern.«

Über die Erfolgsfaktoren des Programms mint:pink sprach sie kürzlich in unserem MINT-Webinar »Erfolgsfaktoren für die Ansprache von Mädchen«. Neben der persönlichen Ansprache durch Lehrkräfte, der Gemeinschaftsbildung einer MINT-Mädchen-Peergroup, was beides zu einer Stärkung des Selbstkonzepts der Mädchen wesentlich beiträgt, hält sie als Programmbaustein die Begegnung mit Role Models für zentral. Durch die persönlichen Kontakte wird Stereotypen ein Bild von Vielfalt entgegengesetzt. »Sie haben mir gezeigt, dass ich mir meine Zukunft im naturwissenschaftlichen Bereich vorstellen und zutrauen kann«, so eine Teilnehmerin.

Weitere Informationen
 Das MINT-Webinar mit Sabine Fernau wurde als Video aufgezeichnet.


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