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Konferenzbericht

»What do you think?« Von Henry Kissinger nach seiner Einschätzung zur Rolle der Vereinten Nationen im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen gefragt zu werden – das war auch für Jurij Aston, persönlicher Referent des Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung im Auswärtigen Amt, nicht alltäglich. Gemeinsam mit weiteren 24 jungen Führungskräften aus Deutschland, Osteuropa, der GUS und dem Nahen Osten hatte Jurij Aston während der 45. Münchner Sicherheitskonferenz im Rahmen des Munich Young Leaders Round Table on Security Policy die Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit hochrangigen Teilnehmern der Sicherheitskonferenz, darunter Henry Kissinger, Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung sowie die Außenminister Großbritanniens, Polens und Pakistans.

»Wir wollen mit den Munich Young Leaders ein Signal zur Stärkung des internationalen außen- und sicherheitspolitischen Nachwuchses setzen«, erklärt Botschafter Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, die Idee des neuen Projekts, das Körber-Stiftung und Münchner Sicherheitskonferenz in diesem Jahr erstmals gemeinsam durchgeführt haben. Dass die Munich Young Leaders neben ihrem individuellen Programm auch an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnehmen konnten, zeigt, dass Botschafter Ischinger es ernst meint mit der Nachwuchsförderung.

Auch durch die Auswahl der Länder, die die Munich Young Leaders repräsentieren, setzen die Veranstalter ein Zeichen. »Mit den Munich Young Leaders wollen wir einen Beitrag dazu leisten, neue Akteure in den Diskurs über transatlantische Sicherheitspolitik einzubeziehen«, erläutert Dr. Klaus Wehmeier, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung. »Daher haben wir nicht nur Teilnehmer aus NATO-Staaten, sondern vor allem junge Führungskräfte aus dem Nahen Osten, der GUS und dem westlichen Balkan ausgewählt.«

Mit ebensoviel Nachdruck wie Fairness haben die Munich Young Leaders ihre Positionen auch zu kontroversen Themen wie dem Nahost-Konflikt oder der Aufnahme Georgiens und der Ukraine in die NATO vertreten. »Es hat einige Zeit gedauert, bis wir warm wurden«, berichtet Sawsan Chebli, deutsche Teilnehmerin mit palästinensischen Wurzeln, über ihre Begegnung mit dem Munich Young Leader aus Israel. »Aber am Ende haben wir stundenlang über die Lage im Nahen Osten diskutiert.«

Über 40 deutsche Botschaften schlugen 60 Kandidaten vor, aus denen die nicht-deutschen Munich Young Leaders ausgewählt wurden. Die deutschen Teilnehmer rekrutierten sich aus dem Körber-Netzwerk Außenpolitik, in dem die Körber-Stiftung ausgewählte junge Außenpolitiker in Berlin fördert. »Im Mai beginnt das Auswahlverfahren für die Munich Young Leaders 2010«, so Dr. Thomas Paulsen, Bereichsleiter Internationale Politik der Körber-Stiftung. »Wir freuen uns auf die Vorschläge der Botschaften – und auf spannende Diskussionen mit den neuen Munich Young Leaders

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