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Diskussion mit Prinz Turki Al Faisal

München, 06.02.2010

Prinz Turki Al Faisal stellte gleich zu Beginn seiner Präsentation klar, keine theoretischen Ausführungen machen, sondern konkrete Handlungsempfehlungen an die internationale Gemeinschaft und vor allem die EU abgeben zu wollen. Mit rhetorischer Brillianz forderte er von der EU im Nahostkonflikt einen unparteiischeren Umgang mit der israelischen und palästinensischen Seite, mehr Krisenlösung als bloßes Krisenmanagement und eine Stärkung von Abbas als einzigen Weg, die Hamas zu schwächen. Es sei ein Fehler der EU gewesen, das palästinensische Wahlergebnis nicht anzuerkennen. Gegenüber dem Iran müsse die internationale Gemeinschaft geschlossen auftreten, insbesondere auch in der Sanktionspolitik, und für die Befriedung des Irak sei eine Sicherheitsrat-Resolution zur Klärung territorialer Fragen entscheidend. Von uns dazu befragt, was er in Bezug auf die arabischen Staaten und sein eigenes Land an Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten sehe, erklärte er, dass die arabische Welt Frieden mit Israel wolle, dass Nuklearwaffen nur Probleme brächten, dass es mittlerweile gute und umfassende Aufklärungsarbeit gegen Al Qaida gebe, und dass Saudi Arabien zur Verbesserung seiner Menschenrechtslage einige erste Schritte gegangen sei, aber noch einen langen Weg vor sich hätte. Das Land sei aber bereit, sich zu verändern.

Dieser Bericht wurde verfasst von Munich Young Leader Barbara Meincke, Referentin für Menschenrechtspolitik in der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. 

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