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Fotografien begreifbar machen

Die Fotografin Margarida Gouveia beschäftigt sich mit virtuellen Technologien. Dabei werden ihre Fotos in geometrisierte, dreidimensionale Körper umgewandelt. Diese 3D-Drucke ermöglichen nicht nur sehbeeinträchtigten Menschen den Zugang zu Fotografien, sondern können auch in der Vermittlungsarbeit mit Kindern oder Menschen mit Demenz eingesetzt werden.

In ihrem Fotoprojekt »Mirror Game / Das Spiegelspiel« von 2016 beschäftigt sich die Fotografin Margarida Gouveia mit virtuellen Technologien. Ihre Fotos dokumentieren den Prozess, in dem Körper von SchauspielerInnen mit Punkten markiert, in digitale Daten umgewandelt und auf eine digitale Plattform übertragen werden. Die so geometrisierten Körper zeigen das Spannungsfeld zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, zwischen Körperlichkeit und Visualität. Ihre Fotos entstanden im Rahmen von epea03, einem Fotoprojekt der Körber-Stiftung, der Fondazione Banca del Monte di Lucca und zwei weiteren europäischen Stiftungen.

Um das Wechselspiel zwischen Zwei- und Dreidimensionalität in Margarida Gouveias Arbeit sinnlich erfahrbar zu machen, wurden Tastmodelle ihrer Fotos entwickelt. Die 3D-Drucke ermöglichen nicht nur blinden und sehbeeinträchtigten Menschen den Zugang zu Margarida Gouveias Fotografien, sondern können auch in der Vermittlungsarbeit mit Kindern oder Menschen mit Demenz eingesetzt werden. Taktile – im wörtlichen Sinne be-greifbare – Reproduktionen von Kunstwerken sind in Museen und Ausstellungshäusern mit inklusivem Ansatz schon seit einiger Zeit im Einsatz. So beschreibt Elizabeth Franchini von der Fondazione Banca del Monte di Lucca den Entstehungsprozess wie folgt: »Wir kennen Tastmodelle von Gemälden und Skulpturen, aber es gibt wenige Beispiele für ertastbare Modelle von fotografischen Arbeiten. Das war unsere Herausforderung.« An der Entwicklung der Modelle waren u.a. Doktoranden der Sant’Anna School of Advanced Studies in Pisa beteiligt.

Die Ausstellung epea03 »Shifting Boundaries« ist aktuell im Nobel Peace Center in Oslo zu sehen.
Weitere Informationen zum European Photo Exhibition Award 


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