»Kulturelle Orte als Wohlfühlorte für alle«

Von der Elbphilharmonie bis in KIDS St. Georg, durch ganz Hamburg bis nach Köln: Die Aktion »Lila Sofa« der Arbeitsgruppe Kultur und Demenz, in der sich die Körber-Stiftung gemeinsam mit Partnern engagiert, macht an unterschiedlichsten Orten in und über Hamburg hinaus auf kulturelle Inklusion aufmerksam. Vielfältige Dialoge und neue Netzwerke bilden eine erfolgreiche Zwischenbilanz.

Zuletzt lud das Lila Sofa im Foyer des Kleinen Saals der Elbphilharmonie zum Platznehmen ein, seine Reise startete es aber bereits im September bei Sonnenschein auf dem Konfetti Camp des Vereins Konfetti-im-Kopf an der Elbe. Es folgten Stationen im Bucerius Kunst Forum, dem KIDS St-Georg, dem KörberForum, und den Deichtorhallen. Mittlerweile ist der Reiseplan auf zehn Stationen angewachsen und mit jeder Station kommen neue potenzielle Ziele dazu. So geht es bis ins neue Jahr hinein etwa in das Bürgerhaus Wilhelmsburg, das Haus im Park der Körber-Stiftung, der Hamburg Medical School und die Hamburger Kunsthalle.

Die Aktion der Arbeitsgruppe Kultur und Demenz will möglichst niedrigschwellig Sensibilität für kulturelle Teilhabe und gesellschaftliches Miteinander schaffen. »Kulturelle und gemeinschaftliche Orte bieten einen hervorragenden Rahmen, in dem Menschen sich besser kennen und akzeptieren lernen können. Als das Sofa zum Beispiel in der Elbphilharmonie mit dem Ensemble Resonanz zu Gast war, bot die Musik einen gemeinsamen Raum, in dem Rollen und Strukturen aus dem Alltag in den Hintergrund treten. Daran setzen wir an: Menschen über das gemeinsame kulturelle Erleben zu verbinden und für einander zu sensibilisieren. Das Sofa ist quasi das Aushängeschild dazu«, sagt Constanze Claus, bei der Körber-Stiftung Programmleiterin für Kulturvermittlung.

An den verschiedenen Orten, die das Lila Sofa bereist, lädt es deshalb zu Kaffee, Keksen und Gesprächen ein. Im Tandem mit den gastgebenden Institutionen informiert das Team der Arbeitsgruppe Kultur und Demenz die Gäste des Sofas über kulturelle Angebote zum Thema und fragt gleichzeitig nach deren Verständnis von Inklusion und kultureller Teilhabe. »Es geht uns darum, kulturelle Orte als Wohlfühlorte für alle zu verstehen. Dafür wollen wir auch von unseren Gästen auf dem Sofa wissen, was Wohlfühlen für sie bedeutet. In vielen Gesprächen ist klargeworden, dass Inklusion und kulturelle Teilhabe für einige Gruppen der Gesellschaft wie Menschen mit der Demenz schlicht vergessen oder nicht mitgedacht wird. Gerade deshalb hat unsere Aktion viel Zuspruch bekommen. Der erste Schritt, das zu ändern, ist deshalb informieren, in den Dialog gehen und somit sensibilisieren«, ergänzt Doris Kreinhöfer aus dem Bereich Alter und Demografie der Körber-Stiftung.

Dass die Reise des Sofas bereits positive Wellen geschlagen hat, die nicht nur neue Ziele auf den Plan rufen, zeigte zuletzt die Einladung zur Festveranstaltung des Bundesmodellprogramms »Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz« Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Am 29. Oktober stellte Doris Kreinhöfer das Lila Sofa vor Initiativen aus ganz Deutschland als Best-Practice Beispiel vor: »Es war eine große Ehre für unsere Arbeitsgruppe, in Köln dabei gewesen zu sein. Viel mehr noch aber konnten wir mit dem Lila Sofa anderen Projekten zeigen, wie wertvoll und hilfreich ein Zusammenschluss von unterschiedlichsten Akteuren ist. Gemeinsam konnten wir mit dem Format mehr Sichtbarkeit erreichen und uns weiter vernetzen!« Schon vor der Festveranstaltung in Köln war die AG bereits in bundesweiten Veranstaltungen präsent wie etwa dem 12. Deutschen Seniorentag in Dortmund. 

Die Arbeitsgruppe Kultur und Demenz gründete sich bereits 2015. Sie nahm die Impulse aus der Landesinitiative Leben mit Demenz in Hamburg aus, die 2012 im startete. Mitglieder sind aktuell die Körber-Stiftung und das Haus im Park der Körber-Stiftung, KONFETTI IM KOPF e.V., Kultur (er)Leben-Hamburg e.V., die Kunsthalle Hamburg und die Historischen Museen Hamburg. Weitere Unterstützung kommt vom Museumsdienst Hamburg, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Ensemble Resonanz, dem Bürgerhaus Wilhelmsburg sowie Kunst- und Theaterpädagogen.

Das Lila Sofa auf Reisen

  • Doris Kreinhöfer von der Körber-Stiftung und Louisa C. May von den Deichtorhallen kurz nach dem Aufbau des Sofas im Foyer der Halle für Aktuelle Kunst der Deichtorhallen   Foto: Deichtorhallen  
  • Im Bucerius Kunst Forum ist Morten Jendryschik von der AG Kultur und Demenz im Gespräch mit Ausstellungsbesuchern    
  • Die Antworten der Gäste des Lila Sofas zu persönlichen Wohlfühlorten. Die Flyer verbreiten zugleich das von der Arbeitsgruppe entwickelte Piktogramm für demenzsensible Orte und Angebote    
  • Nach dem Gespräch »Von einer sorgenden Gesellschaft« im Körber-Forum diskutierten die Besucherinnen und Besucher über den Wandel in der Pflege und wie die Gesellschaft und Institutionen positiv darauf einwirken können    
  • In der Langen Reihe in St. Georg lud das Lila Sofa vor dem KIDS St. Georg zum Kaffee in der Herbstsonne ein