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  • Preisträger des Geschichtswettbewerbs besichtigen die ehemalige Stasizentrale in Berlin (Foto: BStU/Janet Domscheid)
  • - Meldung

    25 Jahre Mauerfall: Schülerprojekte zu Stasi, Demos und Bürgerrechtlern

    Vor 25 Jahren begann mit den Montagsdemonstrationen die friedliche Revolution zur deutschen Wiedervereinigung. In Leipzig und auf dem Historikertag in Göttingen laden die Körber-Stiftung und ihre Partner Schülerinnen und Schüler ein, sich mit der Geschichte der DDR zu beschäftigen.

    »Essen im Kühlschrank. Sind zur Montagsdemo« ist der Titel des Sächsischen Geschichtscamps in Leipzig. Preisträger des Geschichtswettbewerbs und historisch interessierte Schüler aus Sachsen haben in diesem Rahmen die Gelegenheit zu einer ausgiebigen Begegnung mit der Stadt der Montagsdemonstrationen. In Archivrecherchen, Ausstellungsbesuchen und Zeitzeugengesprächen mit Mitliedern der damaligen Bürgerrechtsbewegungen sammeln die Schüler historische Eindrücke zum Herbst 1989 sammeln und setzen sie in eigene Projektpräsentationen um. Das Sächsische Geschichtscamp ist eine Kooperation der Körber-Stiftung mit dem Sächsischen Kultusministerium und der BStU-Außenstelle Leipzig.

    Auf dem Schülerprogramm des 50. Historikertags in Göttingen, das die Körber-Stiftung als Partner ausrichtet, wird eine andere Facette der Geschichte beleuchtet. Preisträger des Geschichtswettbewerbs stellen ihre Beiträge zur Geschichte der Staatssicherheit vor und sprechen mit dem Historiker Ilko Sascha Kowalczuk über ihren Blick auf den damaligen Überwachungsapparat. Kristin Pielicke aus Jüterborg in Brandenburg hatte etwa für den Geschichtswettbewerb 2010/11 das Schicksal eines Abiturjahrgangs ihrer Schule erforscht. Aus harmlosen Scherzen bei einer Klassenfahrt im Sommer 1961, wie einem satirischen »Fahnenappell« mit einer Piratenflagge, wurde gegen diese eine Anklage wegen »staatsfeindlicher Umtriebe« konstruiert. Im politischen Klima kurz nach dem Mauerbau hatte dies für einige der Schüler ernsthafte Konsequenzen, vom Schulverweis bis zur zur Verhaftung und Verurteilung wegen politischer Vergehen.

    An der Diskussion nehmen neben Pielicke und Sebastian Weiß, der mit einem Beitrag über die politische Haftanstalt Hoheneck zu Zeiten der DDR 2013 einen Ersten Bundespreis im Geschichtswettbewerb errang, Teilnehmer des Geschichtscamps »Jugend im Visier der Stasi« teil. Sie hatten in der Berliner Zentrale der BStU im Sommer eine Woche lang zu diesem Thema geforscht und ihre Ergebnisse kreativ verarbeitet. Aus dem Interview mit dem Beauftragten für die Stasiunterlagen, Roland Jahn, entstand zum Beispiel ein Kurzfilm über seine Ausweisung aus der DDR 1982 und ihre Ergebnisse in einem Film verarbeitet.

    Zum Schülerprogramm des Historikertags 

    Ergebnisse des Geschichtscamps »Jugend im Visier der Stasi«


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