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  • Erstpreisträger Julius Bayón mit Bundespräsident Joachim Gauck, Dr. Thomas Paulsen und Tutorin Tordis Hoffmann (v.l.)<br />(Foto: Körber-Stiftung/<br />David Ausserhofer)

  • - Meldung

    Bundespräsident zeichnet Preisträger des Geschichtswettbewerbs aus

    Bundespräsident Joachim Gauck hat im Großen Saal von Schloss Bellevue die fünf Erstpreisträger des Geschichtswettbewerbs zum Thema »Anders sein. Außenseiter in der Geschichte« ausgezeichnet. Beim 24. Wettbewerb beteiligten sich mehr als 5.000 Jugendliche mit 1.563 Beiträgen.

    Bundespräsident Joachim Gauck hat im Großen Saal von Schloss Bellevue die fünf Erstpreisträger des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten zum Thema »Anders sein. Außenseiter in der Geschichte« ausgezeichnet. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung mit rund 170 geladenen Gästen überreichten Bundespräsident Joachim Gauck und Dr. Thomas Paulsen, Vorstand der Körber-Stiftung, die Urkunden. Beim 24. Wettbewerb haben sich insgesamt mehr als 5.000 Jugendliche mit 1.563 Beiträgen beteiligt. Auf Bundesebene wurden neben den fünf ersten Preise (je 2.000 Euro) auch 15 zweite Preise (je 1.000 Euro) und 30 dritte Preise (je 500 Euro) vergeben.

    Im Gespräch mit Moderatorin Kate Maleike (Deutschlandfunk) hob Bundespräsident Joachim Gauck das Engagement der jungen Preisträger hervor und beglückwünschte sie für ihre Leistung und ihren Erfolg beim Geschichtswettbewerb. In den Beiträgen bezogen viele Teilnehmer auch Stellung zu aktuellen Debatten im Umgang mit »Anderen«. »Die vielen Arbeiten zum Thema Flüchtlinge zeigen, dass der Blick der Jugendlichen in die Geschichte eng zusammenhängt mit ihrem Eintreten für eine offene Gesellschaft«, so Bundespräsident Joachim Gauck. Das Thema Flucht und Vertreibung zählt zu den Schwerpunkten beim diesjährigen Wettbewerb. »Vor allem das Strahlen in den Augen zeigt die Begeisterung der Teilnehmer, mit der sie ihre historischen Themen erforscht haben. Es ist beeindruckend zu sehen, dass die Jugendlichen in ihren Arbeiten auch zu aktuellen Fragen Stellung beziehen«, so Thomas Paulsen.

    Die Erstpreisträger in der Übersicht:

    27 Schülerinnen und Schüler aus Stolberg (Rheinland). Warum wurden die in Stolberg lebenden Roma und Sinti 1943 deportiert und ermordet? Diese Frage stellten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10ab von der Ganztagshauptschule Kogelshäuserstraße. In einer Sonderausgabe der Schülerzeitung fassten sie ihre Forschungsergebnisse zusammen.

    Antonius Albert Achtner aus Gießen. Der Schüler vom Landgraf-Ludwigs-Gymnasium wollte herausfinden, inwieweit Arme innerhalb der protestantisch geprägten Gesellschaft seiner Heimatstadt als »Andere« wahrgenommen wurden. Er zeigte die Unterteilung der Empfänger in würdige und unwürdige Arme auf und wie sich gewisse Vorurteile bis heute gehalten haben.

    Julius Bayón aus Backnang (Baden-Württemberg). Der Schüler vom Gymnasium in der Taus erforschte anhand der Ehe seines spanischen Großvaters und seiner protestantischen Großmutter die Ausgrenzung gemischtnationaler und -konfessioneller Ehen in der Bundesrepublik in den 1960er Jahren.

    Thomas Grabiak und Lauritz Hahn aus Münster. Die beiden Schüler vom Gymnasium Paulinum fragten sich, inwieweit »Andersein« auch nach dem Tod noch eine Rolle spielt. Ausgehend von einem Beerdigungskonflikt im 17. Jahrhundert beschrieben sie detailliert, wie Münsteraner Protestanten von der katholischen Obrigkeit zu Außenseitern gemacht wurden.

    Finja Marie Haehser aus Münster. Die Schülerin der Marienschule untersuchte am Beispiel ihres Großvaters und seiner Halbschwester das Schicksal unehelicher Kinder von SS-Männern. Sie verglich die Lebenswege und stellte fest, dass die Unwahrheit, in der die beiden aufwuchsen, diese anfällig dafür machte, von ihrer Umwelt als »anders« wahrgenommen zu werden.

    Über den Geschichtswettbewerb

    Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten wurde 1973 von Bundespräsident Gustav Heinemann und dem Hamburger Stifter und Unternehmer Kurt A. Körber ins Leben gerufen. Mit bislang über 136.000 Teilnehmern und rund 30.000 Projekten ist er der größte historische Forschungswettbewerb für Jugendliche in Deutschland.

    Weitere Informationen:

    •    Kurzporträts der Erstpreisträger (PDF)
    •    Verzeichnis aller 50 Bundespreissieger (PDF)

    spurensuchen
    Magazin für historisch-politische Bildung, Ausgabe 29
    Mit den Ergebnissen des Wettbewerbs 2014/15
    Download als PDF


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