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Nachrichten-Archiv
  • Zafer Şenocak<br />(Foto: Körber-Stiftung/<br />David Ausserhofer)

  • - Meldung

    Deutsche Identitätslücken

    In einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur sprach Zafer Şenocak, Autor von »Deutschsein. Eine Aufklärungsschrift« über die »Pediga«-Demonstrationen in Dresden, über die Ängste und die Wut der Protestierenden sowie über die Lücken in der deutschen Identität.

    »Wir können nicht verhindern, dass es Menschen gibt, die sich in die moderne, offene, pluralistische Gesellschaft schlecht einordnen«, sagte Zafer Şenocak in einem Interview mit Liane von Billerbeck am 16. Dezember 2014 im Deutschlandradio Kultur.

    Şenocak, der sich bereits 2011 in seinem in der edition Körber-Stiftung erschienenen Buch »Deutschsein. Eine Aufklärungsschrift«, eingehend mit der Thematik einer fehlenden positiven Definition der deutschen Identität auseinandergesetzt hat, sieht auch die aktuellen Ereignisse in Dresden als eine Folge dieser grundsätzlichen Verunsicherung. Es existiere eine »Identitätslücke«, die bei manchen zu einem diffusen kulturellen Verlustgefühl führe und eine Abwehrhaltung erzeuge. Gleichzeitig warnte er davor, die Demonstranten pauschal mit einem antidemokratischen Bann zu belegen, sondern »die Entwicklung in Teilen Deutschlands, vor allem im Osten, wirklich endlich ernst zu  nehmen«. Er betonte, dass die Demokraten und jene, die eine offene Gesellschaft befürworten, zusammen stehen, aber auch das Gespräch mit den Protestierenden darüber suchen sollten, was Demokratie genau bedeutet  – im Zweifel müsse eine offene Gesellschaft diese Verunsicherung aber auch einfach aushalten können.

    Lesen Sie das Interview auf Deutschlandradio Kultur.

    Weitere Informationen zu »Deutschsein. Eine Aufklärungsschrift« finden Sie hier.
    Hören Sie rein in die Buchpremiere im Hamburger KörberForum.


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