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»Dialog mit der Zeit«

Hamburg ist um eine innovative Ausstellung reicher. Der mit Unterstützung der Körber-Stiftung entstandene neue, interaktive »Dialog mit der Zeit« regt das Publikum an, sich mit unterschiedlichen Aspekten des Alterns zu beschäftigen. Damit erweitert das Dialoghaus Hamburg seinen »Dialog im Dunkeln« und den »Dialog im Stillen« um das Thema »Alter«.

Was bedeutet Altern im 21. Jahrhundert? Welche Bedeutung hat das Lebensalter für mich, meine Freunde und Familie, für andere, für uns alle? Die Ausstellung, die am 24. Mai von der Schirmherrin und Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks eröffnet wurde, regt ihr Publikum an, einen Blick in die Welt älterer Menschen zu werfen und vermittelt ein differenziertes Bild vom Alter und vom Altern.

»In der Theorie wissen wir über das Altern und den Demografischen Wandel Bescheid. Bei aller Theorie macht es aber einen Unterschied, ob man die Erfahrungen selbst gemacht hat«, sagte Senatorin Prüfer-Storcks. Sie freue sich deshalb sehr über eine Ausstellung, die diese Erfahrungen erlebbar macht. Andreas Heinecke, Gründer und Geschäftsführer des Dialoghaus Hamburg und Initiator der Ausstellung ergänzte: »Diese Ausstellung war auch deshalb möglich, weil verschiedene Partner, wie zum Beispiel die Körber-Stiftung oder die Hamburgische Bürgerschaft, gemeinsam an einem Strick gezogen haben, um die Idee zu realisieren.«

Die Ausstellung besteht aus einer Anzahl von Stationen, an denen unterschiedliche Aspekte des Alterns in kreativer und spielerischer Art und Weise aufgenommen werden. So können die Ausstellungsbesucher beispielsweise anhand von Fotos gemeinsam diskutieren, welche Vorstellungen sie vom „Happy Aging“, von einem glücklichen Alter, haben oder wie sie sich eine seniorenfreundliche Gesellschaft vorstellen. Andere Stationen wiederum vermitteln via Simulationen wie sich beispielsweise schleichender Seh- oder Hörverlust oder eingeschränkte Mobilität anfühlen. Auch der oft abrupte Renteneinstieg wird zum Thema: Zufällig ausgewählte Besucher dürfen auf einmal eine Zeit lang nicht mehr weiter an der geführten Tour teilnehmen und müssen auf einer Bank Platz nehmen.

Die Vermittlung der Inhalte übernehmen Senioren, die alle 70 Jahre und älter sind. Als Experten führen sie einen intergenerativen Dialog, um Fehlannahmen und Ängste abzubauen oder Klischees und Vorurteile zu überwinden. Dabei fördern sie die Empathie gegenüber älteren Menschen und demonstrieren, dass auch im hohen Alter sehr viele Perspektiven bestehen, um die in einem langen Leben erworbenen Potenziale für sich und die Gesellschaft zu nutzen.

»Mit unseren Projekten weisen wir seit vielen Jahren auf ein differenzierteres Altersbild und auf die Potenziale des Alters hin. Das Konzept vom »Dialog mit der Zeit«, von diesen Potenzialen und vom Älterwerden in Form einer Ausstellung zu erzählen, hat uns sofort überzeugt. Das Beste: Hier wird nicht über, sondern mit den Menschen, um die es geht, gesprochen«, sagt Karin Haist, stellvertretende Leiterin im Haus im Park und verantwortlich für die überregionalen Demografie-Projekte der Körber-Stiftung.


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