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Nachrichten-Archiv
  • v.l. Gabriele Woidelko, Matteo Marsan, Adriana Altaras, Ullrich Waller, Dania Hohmann<br />(Foto: Körber-Stiftung/<br />Claudia Höhne)

  • - Meldung

    Theater gegen das Schweigen

    Während die Auseinandersetzung mit den Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs in Deutschland fester Bestandteil der Erinnerungskultur geworden ist, gibt es in der Geschichtsaufarbeitung mit Italien weiße Flecken.

    Gewinnt die Aufarbeitung deutsch-italienischer Geschichte an Kraft, wenn sie grenzübergreifend ist? Über Kriegsverbrechen in Italien wurde viele Jahrzehnte kaum gesprochen, viele Täter wurden bis heute nicht strafrechtlich verfolgt. Nach dem Ausscheiden Italiens aus dem Bündnis mit Deutschland 1943 wurde das Land Schauplatz massenhafter Kriegsstraftaten. So auch in der Region Arezzo in der Toskana: Am 4. Juli 1944 wurde das Dorf San Gusmè Schauplatz eines Massakers der deutschen Wehrmacht, Opfer waren Zivilisten, vor allem Frauen, kleine Kinder und alte Menschen. Das Verbrechen blieb bis heute ungesühnt, Augenzeugen und Familienangehörige leben mit dem Trauma. Anlässlich des 70. Jahrestags des Massakers initiierte der Regisseur Ullrich Waller mit den Co-Regisseuren Dania Hohmann und Matteo Marsan ein Theater- und Musikprojekt. Ein Gespräch im KörberForum fragte am 25. Februar auch danach, welche Kraft Theater in der Auseinandersetzung mit Gewaltgeschichte entfalten kann.

     


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