+
   
Nachrichten-Archiv
  • Foto: Universität Würzburg

  • - Meldung

    Würzburg begeistert mit Meile junger Forscher

    Bienenroboter, fleischfressende Pflanzen, Experimente zu Herzkrankheiten, Einblicke ins Mathematik-Labor. Würzburg, die Stadt der jungen Forscher 2014, hatte auf seinem Campusfestival den 3000 Besucherinnen und Besuchern viel zu bieten.

    Auch die zahlreichen von der Körber-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Deutsche Telekom Stiftung finanzierten Schülerforschungsprojekte präsentierten sich dort – auf der Showbühne oder in einem der 36 Pavillons entlang einer »Meile der jungen Forscher«.

    Zwei Sechstklässlerinnen des Projekts »Mehr als Honig – eine interdisziplinäre Forschungswabe« ließen Bienen-Roboter einen Rund- und Schwänzeltanz vor dem sichtlich beeindruckten Publikum aufführen. »Gesteuert werden die Roboter von einem Computerprogramm und lichtempfindlichen Sensoren«, erklärten Alina Schieblon und Bibiana Wrezounik auf Nachfrage. Der 17-jährige Luis Seifert konnte für seine Facharbeit »Physik der Bienen« begeistern, befasste er sich doch mit dem, was eigentlich dem menschlichen Auge verborgen bleibt: der Entwicklung des Insekts vom Ei bis zur vollentwickelten Biene. Dem Schüler vom Friedrich-Koenig-Gymnasium gelang per Computertomographie die Entwicklung des Insekts detailliert festzuhalten und zu beschreiben. Besonders beeindruckte ihn der »Riesensprung«, die die Puppe nach zwei Wochen binnen eines Tages vollzieht. Dann entwickelt sich das komplizierte Tracheen-System, die Atmung der Bienen. »Dazu war in den Fachbüchern fast gar nichts zu finden«, erklärte er. Möglicherweise wird seine Forschung, für die die Bienenstation der Universität eigens 50 Bienenpuppen gezüchtet hatte, schon bald in einer Fachzeitschrift veröffentlicht.

    Den Spagat zwischen Natur- und Geisteswissenschaften wagte die St.-Ursula-Schule. In einem ihrer Pausenhöfe hatten die Schülerinnen der katholischen Privatschule einen Klostergarten angelegt. Um alles richtig zu machen, vertieften sie sich in die auf Latein und Mittelhochdeutsch geschriebenen Quellen der Klostermedizin von Walahfrid Strabo, Hildegard von Bingen und studierten das berühmte Arzneibuch aus dem Kloster Lorsch. Die Schüler pflanzten und häckelten, säten und jäteten das Unkraut. »Von wegen tote Sprache«, erzählt Latein-Lehrerin Tanja Thanner. »Bei uns grünt und blüht es.« Jetzt plant der jahrgangsübergreifende Arbeitskreis bereits die nächsten Schritte. Die Schüler wollen nun Salben und Öle herstellen, Ingwer-Hustenbonbons hatten sie bereits an ihrem Stand.

    Eine unabhängige Jury nahm sich auf dem Festival viel Zeit, um unter den Schüler-Projekten die engagiertesten Gruppen zu finden und als »Schüler-Forscher des Jahres 2014« auszuzeichnen. Die Kategorie »größter wissenschaftlicher Anspruch« ging an das Projekt »Physik der Biene« vom Friedrich-Koenig-Gymnasium. Den Preis für »herausragende Präsentation« erhielt das Wirsberg-Gymnasium für eine nachgebaute Dialyse-Apparatur, die Auszeichnung »beste Nachhaltigkeit« das Deutschhaus- und das Röntgen-Gymnasium für das Mentorenprojekt »Virtual Science Fair«. Für die »erfolgreichste Umsetzung« wurden »Wege zur Kunst« vom Matthias-Grünewald-Gymnasium und als »originellste Idee« der »Free-Fall-Tower« der Franz-Oberthür-Schule ausgezeichnet. Als Anerkennung ihrer besonderen Leistungen erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Urkunde und ein Preisgeld in Höhe von je 750 Euro.

    Eine weitere Möglichkeit, sich im Aktionsjahr als Würzburger Schule zu beteiligen, war die Beteiligung an der Aktion »Fragen an die Wissenschaft«. Die Schülerinnen und Schüler konnten bei dieser Postkartenaktion wissenschaftliche Fragen bei der Stadt Würzburg einreichen. Zusammen mit den Würzburger Hochschulen wurden lokale Experten ausfindig gemacht, die diese Fragen allgemeinverständlich beantworteten. Die Fragen und Antworten sind unter www.junge-forscher-wuerzburg.de nachzulesen. Von den eingegangenen 2000 Fragen kamen rund 1.500 Fragen von den Schülerinnen der St. Ursula-Schule. Für dieses Engagement überreichte die Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake der Schülerin Christina Andres auf der Showbühne eine Urkunde und ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro.
    Die Projektpräsentationen und Interviews des Bühnenprogramms wurden von Tanz-, Theater- und Musikauftritten der Hochschule für Musik aufgelockert. Die Moderation des sechsstündigen Programms lag in den Händen von Eric Mayer, vielen bekannt vom ZDF-Entdeckermagazin pur+. Für einen ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Abschluss sorgte die Wissenschafts-Show der »Physikanten«.

    Filmischer Rückblick auf das Campusfestival


    to top