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Online-Ausstellung »Architekten im türkischen Exil«

Die ursprünglich für die Tage des Exils 2020 geplante Ausstellung »Architekten im türkischen Exil« der Baukulturellen Vermittlung Hamburg wird in einem Online-Format gezeigt.

Zielland für Verfolgte

Deutschland und die Türkei verbindet eine lange Geschichte des Exils. Denn in den 1930er Jahren war die Türkei eines der wichtigsten Zielländer für Menschen, die im nationalsozialistischen Deutschland verfolgt wurden. Unter Kemal Atatürk wandelte sich die Türkei in den 1920er und 30er Jahren zu einer demokratisch verfassten Industriegesellschaft, für die europäische Berater gebraucht wurden. So fanden viele Wissenschaftlerinnen, Techniker und Künstlerinnen, die Deutschland verlassen mussten, Schutz in der Türkei. In keinem anderen Land fanden sich so viele Emigrantinnen und Emigranten an staatlichen Einrichtungen wieder.

Die Online-Ausstellung macht damit auf ein Kapitel der deutsch-türkischen Beziehungen aufmerksam, das vielen nicht mehr in Erinnerung ist. Doch gerade heute lohnt sich der Blick zurück. Denn auch vor diesem Hintergrund trägt Deutschland eine besondere Verantwortung gegenüber Journalistinnen, Künstlern und Wissenschaftlerinnen aus der Türkei, die hier Schutz suchen, weil sie in ihrem Heimatland derzeit bedroht, verfolgt und inhaftiert werden.

Moderne der Architektur

Die Ausstellung »Architekten im türkischen Exil« zeigt bekannte deutsche Architekten, wie beispielsweise Bruno Taut, Gustav Oelsner oder Robert Vorhoelzer, unter deren Einfluss in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Moderne der Architektur in der Türkei entstand. Die gezeigten Arbeiten entstanden in einem Workshop der Mimar Sinan Fine Arts University Istanbul in Zusammenarbeit mit dem Projekt »Gustav Oelsner - Emigration eines Architekten und Bausenators aus Deutschland in die Türkei (1939 - 1949)«. Darüber hinaus umfasst die Ausstellung Zeitzeugenberichte von Professor Esat Suher aus Istanbul, der in der Türkei bei deutschen Exil-Architekten studierte. Ebenfalls zu Wort kommt der Hamburger Architekt Hakki Akyol, der in einer Videoreihe über seinen Vater Altan Akyol spricht, der bei den deutschen Architekten Clemens Holzmeister und Gustav Oelsner studierte.

Die Ausstellung kann hier besichtigt werden.

Veranstaltet durch Claudia Haas - Baukulturelle Vermittlung Hamburg in Kooperation mit der Körber-Stiftung. Gefördert durch die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.


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