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Paris Peace Forum 2020

Unter dem Motto »zurück zu einem besseren Planeten« fand das dritte Paris Peace Forum vom 11. bis 13. November 2020 statt. 12.000 Teilnehmende und 441 Referent/innen aus 151 Ländern kamen erstmals ausschließlich virtuell zusammen, um gemeinsame Antworten auf die drängendsten globalen Herausforderungen wie das Coronavirus zu finden. Neben 178 Paneldiskussionen und Projekt-Pitches in den Themenbereichen Frieden und Sicherheit, Umwelt, Entwicklung, Kultur und Bildung, neue Technologien und inklusive Wirtschaft bot die interaktive virtuelle Veranstaltungsplattform mehrere Veranstaltungshighlights für Akteure aus Politik, Wirtschaft, Forschung und der Zivilgesellschaft:

Im Rahmen der Official Ceremony präsentierten über 50 Staats- und Regierungschefs sowie Leiter/innen Internationaler Organisationen, darunter die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern, der indische Premierminister Narendra Modi, der kanadische Premierminister Justin Trudeau, der italienische Premierminister Giuseppe Conte und der chinesische Präsident Xi Jinping, in Videobotschaften ihre Visionen für eine Welt nach dem Coronavirus. Darüber hinaus empfing der französische Präsident Emmanuel Macron den senegalesischen Präsidenten Macky Sall, die Generaldirektorin des IWF Kristalina Georgieva und den Präsidenten des Europäischen Rates, Charles Michel, im Élysée-Palast – Bundeskanzlerin Angela Merkel, UN-Generalsekretär António Guterres und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, nahmen virtuell an dem Treffen teil. Gemeinsam diskutierten sie die wichtigsten Prinzipien, die multilaterale Antworten auf Herausforderungen in den Bereichen Klima, Gesundheit, Ungleichheiten und Verteidigung der Grundrechte im digitalen Zeitalter leiten sollten.

Zum ersten Mal brachte der „Finance in Common Summit“ öffentliche Entwicklungsbanken aus der ganzen Welt zusammen. Diese neue Koalition von Akteuren zielt darauf ab, die wirtschaftliche Erholung und weltweite öffentliche Investitionen zu koordinieren. UNO-Generalsekretär António Guterres rief die Teilnehmenden auf, die notwendigen Finanzmittel zu mobilisieren, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung und das Pariser Klimaabkommen zu erreichen.

Bei einem Ministertreffen der Allianz für Multilateralismus wurde in Anwesenheit des deutschen Außenministers Heiko Maas und des französischen Außenministers Jean-Yves Le Drian der hochrangige Expertenrat "One Health High-Level Expert Council" eingerichtet. Dieser wird sich für die Stärkung der multilateralen Gesundheitsarchitektur einsetzen.

Für die WHO-geführte ACT-A Kampagne sagte eine Koalition aus staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren mehr als 400 Millionen Euro zu, um die weltweite Verfügbarkeit von COVID-Tests, Behandlungen und Impfstoffen zu erleichtern.

Als aktives Gründungsmitglied des Paris Peace Forum veranstaltete die Körber-Stiftung eine Debatte unter dem Titel »Phönix aus der Asche? Multilateralismus in einer (Post-)Corona-Welt«. Die Diskussion befasste sich mit Möglichkeiten, wie die gegenwärtige Krise zu einem Antrieb für effektivere multilaterale Zusammenarbeit werden kann. Darüber hinaus fand das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen und mögliche Auswirkungen auf die Zukunft des Multilateralismus besondere Beachtung. Nora Müller, Leiterin des Bereichs Internationale Politik der Körber-Stiftung und Vize-Präsidentin des Paris Peace Forum moderierte die Diskussion.

Zu den Diskutanten zählten:

  • Josep Borrell Fontelles, Hoher Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsident der Europäischen Kommission,
  • Oby Ezekwesili, ehemalige Vizepräsidentin der Weltbank (Region Afrika) und Senior Economic Advisor bei der Africa Economic Development Policy Initiative,
  • Clément Beaune, Staatssekretär für europäische Angelegenheiten beim französischen Minister für Europa und auswärtige Angelegenheiten, und
  • Natalie Samarasinghe, Leiterin der Strategie für die Gedenkfeiern zum 75-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen.

Unter dem Titel „UN75 und die Zukunft des Multilateralismus“ diskutierten Fabrizio Hochschild, UNO-Untergeneralsekretär und Sonderberater des Generalsekretärs zur Vorbereitung des 75. Jahrestags der Gründung der Vereinten Nationen, und Jeb Bell, Vizepräsident Global Strategy am Pew Research Center, über Haltung der Öffentlichkeit zu Internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation. Gemeinsam mit Nora Müller, Leiterin Bereich Internationale Politik der Körber-Stiftung, erörterten sie neue Ansätze für eine inklusivere Weltordnung.

Wie in den Vorjahren konnten sich Initiativen mit ihren innovativen Lösungen zur Stärkung der Global Governance beim Paris Peace Forum bewerben. Mehr als 850 Bewerbungen aus allen Kontinenten gingen ein: ein Rekord seit der Gründung des Forums. 46 der 100 Projekte des „Space for Solutions“ bieten konkrete Antworten auf die gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der derzeitigen Krise und konnten von den Teilnehmenden des Forums auf der Veranstaltungsplattform virtuell kennengelernt werden. Die zehn Projekte mit dem größten Entwicklungspotential wurden während des Forums von einer unabhängigen Kommission ausgewählt und werden über die Dauer eines Jahres von den Mitglieder des »Scale-up-Komitees« in ihrer weitere Arbeit und Entwicklung unterstützt.

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