X

Politisches Frühstück mit Sun Jiazheng

Berlin, 27. Mai 2011

Sun Jiazheng, Stellvertretender Vorsitzender des 11. Nationalkomitees der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes, diskutierte mit Vertretern verschiedener Bundesministerien und -behörden sowie Repräsentanten ausgewählter Think-Tanks über die aktuellen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen in China.

Während der Diskussion wurde erläutert, dass die Wirtschaftsreformen der letzten 30 Jahre zu bedeutsamen Veränderungen in der Einstellung der Chinesen geführt hätten. Die Menschen in China hätten größeres Selbstvertrauen entwickelt und wären sich ihrer Interessen gegenüber der Weltgemeinschaft stärker bewusst als zuvor.

Die Beziehungen zwischen China und Deutschland wurden als sehr positiv bewertet. Eine weitere Vertiefung der Kooperation beider Länder sei gleichwohl wünschenswert. Die hervorragenden bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und China sollten, so einige Teilnehmer, auch für eine Verbesserung der zwar guten, aber noch ausbaufähigen Beziehungen Chinas zur Europäischen Union genutzt werden. Mit Blick auf das Demokratie-Verständnis des Westens bzw. Chinas wurde angeführt, dass der Westen den Fokus auf Wahlen lege, während China dem Prinzip der Konsultation den Vorrang gebe.

Darüber hinaus stand der für das chinesische Staats- und Gesellschaftsverständnis zentrale Begriff der Harmonie im Mittelpunkt der Diskussion. Für China sei der Aufbau einer harmonischen Gesellschaft und einer harmonischen Welt ein zentrales Ziel. Es herrschte weitgehend Übereinstimmung darin, dass Harmonie auch Widersprüche voraussetze und erst das Resultat von Diskussionen mit dem Ziel des Interessenausgleichs sein könne. Einige Teilnehmer stellten jedoch in Frage, inwieweit es in den Reihen der KP Chinas offene Debatten gäbe und China Andersdenkenden Freiräume im politischen System einräume. 

Zu den Politischen Frühstücken und Hintergrundgesprächen lädt die Körber-Stiftung regelmäßig einen kleinen Kreis hochrangiger außenpolitischer Akteure aus Berlin ein. Wie beim Bergedorfer Gesprächskreis findet das vertrauliche Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Siehe auch:

to top