X

Politisches Hintergrundgespräch mit Richard A. Clarke

Berlin, 29. März 2011

Richard A. Clarke, ehemaliger nationaler Koordinator für Sicherheit und Terrorismusbekämpfung und ehemaliger Sonderberater des US-Präsidenten für Cyber-Sicherheit sowie Vorsitzender der Good Harbor Consulting, LLC, diskutierte mit Vertretern verschiedener Bundesministerien und -behörden sowie Repräsentanten ausgewählter Think-Tanks über die Bedrohung durch Cyber-Attacken und gab Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Cyber-Angriffen.

Zu Beginn der Diskussion wurde unterschieden zwischen Cyber-Spionage, die bereits seit vielen Jahren täglich im Gange sei, und Cyber-Krieg, ein virtueller Angriff auf die Kommunikations-infrastruktur eines Staates. Im Vordergrund der Diskussion stand dabei, wie weitreichend die Konsequenzen eines Cyber-Angriffs zum Beispiel auf Computersysteme von Ölpipelines und Atomkraftwerken sein könnten.

Unter den Teilnehmern herrschte Einigkeit, dass die Unklarheit über die genaue Herkunft von Cyber-Attacken eine der zentralen Herausforderungen darstellt. Die Verantwortlichen ausfindig zu machen bereite ebenso Probleme wie die Frage, wer letztendlich die Verteidigung gegen Cyber-Angriffe übernehmen solle. Von einigen Teilnehmern wurde ein internationales Abkommen und internationale Kooperation gefordert. In diesem Zusammenhang wurde zustimmend auf den Vorschlag, das Prinzip der Rüstungskontrolle auf Cyber-Attacken in Form eines Cyber-Rüstungsbegrenzungsabkommens anzuwenden, eingegangen und diskutiert, welche Rolle das neu geschaffene Nationale Cyber-Abwehrzentrum in Deutschland spielen könne.

Zu den Politischen Frühstücken und Hintergrundgesprächen lädt die Körber-Stiftung regelmäßig einen kleinen Kreis hochrangiger außenpolitischer Akteure aus Berlin ein. Wie beim Bergedorfer Gesprächskreis findet das vertrauliche Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Siehe auch:

  • Munich Young Leaders Round Table on Security Policy auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2011
to top