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Hintergrundgespräch mit Hossein Mousavian

Berlin, 23. März 2012

Hossein Mousavain, Gastdozent an der Princeton University, ehemaliger iranischer Botschafter in Deutschland und ehemaliger Sprecher des iranischen Atomprogramms, sprach in Berlin mit Mitgliedern des Bundestags, Vertretern verschiedener Bundesbehörden sowie Repräsentanten ausgewählter Think-Tanks. Thema war dabei die Beziehung Irans mit der Westlichen Welt und die Erörterung der Frage wie sich eine Eskalation vermeiden lässt und gleichzeitig eine nachhaltige, politische Lösung erreicht werden kann.

Die Teilnehmer stimmten weitestgehend darin überein, dass die Beziehungen zwischen Iran und dem Westen über die Jahre immer schlechter geworden sind und sich derzeit auf einem absoluten Tiefpunkt befinden. Dennoch hat es nicht den Anschein, als wären beide Seiten bereit, eine Normalisierung der Zustände ins Auge zu fassen.

Es wurden Umfragen aus den USA und Israel zitiert, in denen sich eine Mehrheit der Bevölkerung gegen einen Krieg ausspricht. Umfragen aus der Arabischen Welt zeigten, dass die dortige Bevölkerung das iranische Atomprogramm nicht als Bedrohung ansieht.

Diskutiert wurde die Frage, ob weitere Sanktionen und militärische Drohgebärden zu einer flexibleren iranischen Haltung oder zu einer Verhärtung sowie einer Beschleunigung des Atomprogramms führen würden. Verhandlungen könnten aber nur zum Erfolg führen, wenn beide Seiten zu Zugeständnissen bereit seien. Beispielsweise könnte Iran die Anreicherung auf 5% beschränken, im Gegenzug würde der Westen die Öl- und Zentralbanksanktionen aufheben. 

Zu den Politischen Frühstücken und Hintergrundgesprächen lädt die Körber-Stiftung regelmäßig einen kleinen Kreis hochrangiger außenpolitischer Akteure aus Berlin ein. Wie beim Bergedorfer Gesprächskreis findet das vertrauliche Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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