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Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise

Digitales Hintergrundgespräch mit Ángel Gurría

Berlin, 27. Mai 2020

Die Corona-Krise verändert das internationale System – auch wenn über Stoßrichtung und Ausmaß der Veränderungen, etwa eine Beschleunigung bereits vorhandener Deglobalisierungstendenzen und eine weitere Erosion multilateraler Zusammenarbeit, derzeit nur spekuliert werden kann. Anknüpfend an die Politischen Frühstücke und Hintergrundgespräche, möchte die Körber-Stiftung mit dem neuen Format »Digitale Hintergrundgespräche« einen digitalen Raum für den Dialog über die außen- und sicherheitspolitischen Auswirkungen der Corona-Krise bieten.

Im Rahmen der »Digitalen Hintergrundgespräche« sprach am 27. Mai 2020 Ángel Gurría, Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), mit einem kleinen Kreis von Abgeordneten des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments, Vertreter/innen verschiedener Ministerien sowie Expert/innen ausgewählter Think Tanks über die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sowie die Rolle multilateraler Zusammenarbeit in der Bewältigung der Krise.

Der lange Weg zur wirtschaftlichen Erholung

Durch niedrige Wachstumszahlen und handelspolitische Spannungen wurden die globalen Konjunkturerwartungen bereits vor der Corona-Krise getrübt. Mit Beginn der Pandemie wurden diese Entwicklungen weiter verschärft. Im Gespräch wurde in diesem Zusammenhang auf die besondere Belastung für Entwicklungsländer hingewiesen, die neben hoher Staatsverschuldung und unzureichender Gesundheitssysteme von Einnahmeausfällen und steigender Armut betroffen seien. Einigkeit bestand dahingehend, dass staatliche Hilfsmaßnahmen in der Wirtschaft und im Gesundheitswesen zusammenwirken müssen, um die aktuelle Krise schnellstmöglich zu überwinden. Darüber hinaus dürfe auch bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie die globale Klimakrise jedoch nicht aus dem Fokus geraten.

Multilateralismus als Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg

Im Gespräch wurde zudem bekräftigten, dass entgegen der aktuellen Deglobalisierungstendenzen ein multilaterales Vorgehen der richtige Weg für eine nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft sei. Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang auch die zentrale Rolle von internationalen Organisationen, welche einzelstaatliche Ressourcen zur Krisenbekämpfung bündeln können. Hierzu sei jedoch die Initiative einzelner Staaten nötig, wie der deutsch-französische Vorschlag eines »European Recovery Fund« zeigt. Die Gesprächsbeteiligten betonten, dass von einer prosperierenden Weltwirtschaft sowohl Geber- als auch Empfängerländer profitieren würden.

Die »Digitalen Hintergrundgespräche« – Dialog auch in Zeiten der Krise

Seit 60 Jahren engagiert sich die Körber-Stiftung unter dem Motto »Miteinander, nicht übereinander sprechen« für internationale Verständigung und einen Dialog über politische, nationale und religiöse Grenzen hinweg. Mit den Hintergrundgesprächen bietet die Körber-Stiftung Raum für einen offenen und substanziellen Austausch zwischen Referent/innen und Repräsentant/innen des politischen Berlins – auch in Zeiten der Krise. Die Gespräche finden dabei in einem vertraulichen Rahmen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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