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Politischer Mittag mit Natalie Turner

Politischer Mittag mit Natalie Turner

3. Dezember 2014, Berlin

Natalie Turner von der American Association of Retired People (AARP) berichtete am 3. Dezember in Berlin über die zunehmende Bedeutung des Konzeptes der Altersfreundlichkeit in US-amerikanischen Kommunen und das Engagement der AARP auf lokaler Ebene.

Wir leben in einer beispiellosen Zeit, so Natalie Turner in ihrem Vortrag und in Bezug auf ihre Bewertung der demografischen Entwicklungen weltweit. Sogar in Ländern wie den USA, in denen dank Zuwanderung die Bevölkerung langsamer schrumpft, schreitet die Alterung der Bevölkerung schneller denn je voran. Dieser schnelle Anstieg des Bevölkerungsanteils älterer Menschen sei jedoch noch kein Grund zur Sorge, betonte Turner. Ein großer Teil älterer Menschen sei auch in späten Lebensjahren produktiv, in guter gesundheitlicher Verfassung und selbstständig. Von den älteren Menschen gehe zudem eine wirtschaftliche Dynamik aus, die in Statistiken oft unberücksichtigt bleibe oder kaum erfasst werde, darunter ihr ehrenamtliches Engagement.

Länder auf der ganzen Welt könnten also mit frischen Denkansätzen und innovativen Strategien die sozialen und wirtschaftlichen Früchte dieser demografischen Welle ernten. Die Kommune sei hierbei ein zentraler Ort, auf den es ganz besonders ankomme. Denn Gemeinschaften seien äußerst wichtig für das wirtschaftliche, soziale und körperliche Wohlbefinden von Menschen aller Altersgruppen. Aktuelle Untersuchungen der AARP mit dem GOVERNING Magazine zeigten jedoch, dass die meisten kommunalen Verantwortlichen auf den demografischen Wandel und die Bedürfnisse ihrer älteren Bewohner nicht vorbereitet seien.

Daher setzt die American Association for Retired People (AARP) mit ihren Aktivitäten verstärkt auf kommunaler Ebene an, berät gesellschaftliche Verantwortungsträger bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen und Programmen zum Thema Alterung und unterhält Bundesbüros mit Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern in allen 50 US-Bundesstaaten sowie in Puerto Rico. Zudem initiierte und begleitet AARP das der WHO angeschlossene »AARP Network of Age-Friendly Communities«, das Staaten, Städte und ländliche Gebiete auffordert, sich auf die voranschreitende Bevölkerungsalterung vorzubereiten. Zudem entwickelt das AARP Public Policy Institute (PPI) derzeit einen Index für Lebensqualität, der 2015 veröffentlicht werden soll und einerseits der AARP sowie andererseits für öffentliche und private Anstrengungen zu Verbesserungen der Gemeinschaften als Bewertungsinstrument dienen wird. Ferner soll der Index Bürgern ermöglichen, den Stand der Altersfreundlichkeit ihrer eigenen Gemeinschaft und die Attraktivität ihres Gemeinwesens selbst zu beurteilen.

Natalie Turner ist Senior Advisor bei der American Association of Retired People. Ihre Expertise liegt in den Themenfeldern Gesundheit, Langzeitpflege, Demenz und internationale Freiwilligenarbeit. Sie verantwortet die internationale Netzwerkarbeit der AARP und pflegt unter anderem die Beziehungen zu Organisationen wie der Weltgesundheitsbehörde (WHO), Age UK und der Europäischen Union sowie zu weiteren Nichtregierungsorganisationen. Frau Turner koordiniert zudem das der WHO angeschlossene AARP Network of Age-Friendly Communities.

Zu den Politischen Mittagen lädt der Bereich Gesellschaft zu den Themen Demografie und Zivilgesellschaft regelmäßig renommierte internationale Vordenker, Praktiker, Politiker oder Wissenschaftler ein. Eingeladen werden Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Interview mit Natalie Turner (Video)

Körber Impuls Demografie Nr. 2
»Auf den Ort kommt es an! Antworten auf die Chancen und Herausforderungen der demografischen Alterung«
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