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Politischer Mittag mit Gesine Schwan

16. Oktober 2012, Berlin

Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance, Berlin, diskutierte mit den Mitgliedern des Körber-Netzwerks Bürgergesellschaft über die Rolle der organisierten Zivilgesellschaft in Deutschland. Im Zentrum stand die Frage wie die Bürgergesellschaft sich und ihre Anliegen als Politikfeld etablieren kann.

In ihrem Eingangsstatement betonte Gesine Schwan die Rolle der organisierten Zivilgesellschaft als Partner der Kommunen, um komplexe Probleme überhaupt lösen zu können. Als Beispiel nannte sie die Integration in der Kommune. Hier muss sich zum Beispiel die organisierte eingewanderte Zivilgesellschaft mit der Administration vor Ort zusammentun, um den Herausforderungen der Integration gerecht werden zu können. Es geht um die Kunst, den Pluralismus zu organisieren. Dabei wird es immer auch Konflikte geben, die im Sinne einer »antagonistischen Kooperation« gelöst werden können.

Auf die Frage nach dem Grad der Organisation der Zivilgesellschaft, antwortete Schwan, dass dieser nicht hoch sei. Zum einen aufgrund der Intensivierung der Arbeitswelt und dem dadurch entstandenen Mangel an Zeit bei den Akteuren, zum anderen aufgrund einer interessengelenkten Entpolitisierung in den zurückliegenden Jahren. Schwan sieht jedoch keinen Grund zum Pessimismus. Sie hob die guten Erfahrungen aus dem Umweltsektor hervor und beobachtet eine Repolitisierung der Gesellschaft. Wichtig sei es, konfliktbereit zu sein – eine Erfahrung aus der Arbeit der Umweltverbände. Erst dadurch gab es eine Diskussionsbereitschaft in den Institutionen. Bei den Teilnehmern des Netzwerkes stellte sich natürlich sofort die Frage nach dem öffentlichkeitswirksamen Konflikt – oder wie es eine Teilnehmerin ausdrückte nach dem Tsunami der Bürgergesellschaft.

Mit dieser Veranstaltung setzt das Körber-Netzwerk Bürgergesellschaft seine Beschäftigung mit aktuellen Fragen und Herausforderungen der Bürgergesellschaft fort.

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