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Preisträger bei Jugendbegegnung in KZ-Gedenkstätte

Bereits zum neunten Mal fand im April die Internationale Jugendbegegnung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg statt, die jährlich parallel zum Treffen der Überlebenden ausgerichtet wird.

Insgesamt 46 Jugendliche aus Tschechien, Italien, Israel, Ungarn, Polen, Frankreich, Belarus, Deutschland und der Ukraine nahmen an dem achttägigen Programm teil. Auch zwei Preisträgern des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten bot sich die Chance, an der Jugendbegegnung mitzuwirken. Die 17-Jährige Lilian aus Rheinland-Pfalz und der 19-Jährige Bastian aus Schleswig-Holstein konnten beim Geschichtswettbewerb 2016/17 in ihrem Bundesland einen Landessieg erringen und sich damit für die Teilnahme qualifizieren.

Auf dem mehrtägigen Programm stand eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte des Konzentrationslagers Flossenbürg und seinen Häftlingen. Rundgänge über das historische Gelände, wie zum Beispiel zu den Orten der Arbeitseinsätze im Steinbruch, vermittelten den Teilnehmenden einen Eindruck über die Räume, in denen sich die Häftlinge bewegen mussten. Im Rahmen von inhaltlichen Modulen und Begegnungen mit Überlebenden und deren Familien, lernten die Teilnehmenden die Biografien NS-Verfolgter kennen. So wurden nicht nur die Geschichtsbilder der Jugendlichen thematisiert, sondern auch Räume geschaffen, um diese zu reflektieren. »Am meisten berührt hat mich das Gespräch mit dem Überlebenden Josef Salomonovic, der uns seine eigene Geschichte erzählte und unsere Fragen beantwortete. Ich werde sicher noch lange über dieses Gespräch nachdenken und meinen Freunden und meiner Familie davon erzählen«, berichtet Lilian über das Programm.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete der feierliche Gedenkakt zum 74. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg am 14. April. Die Jugendlichen wirkten bei dieser Veranstaltung mit, in dem sie zusammen mit dem Leiter der KZ-Gedenkstätte, Jörg Skriebeleit, die Begrüßung der Gäste vornahmen. Nach den Feierlichkeiten und der Kranzniederlegung wurde eine Gedenktafel für Dietrich Bonhoeffer enthüllt, der Anfang April 1945 im KZ Flossenbürg ermordet wurde.

In jedem Jahr ist es Ziel der Jugendbegegnung, durch Austausch und selbsterarbeitete Beiträge das eigene Nachdenken über die Geschichte zu fördern. Lilian fasst ihre Erfahrungen so zusammen: »Es ist ein einzigartiges Erlebnis, wenn Jugendliche aus zehn unterschiedlichen Ländern an einem Ort miteinander arbeiten, kommunizieren und sich mit einem schwierigen Thema wie den Konzentrationslagern beschäftigen. Ich habe in der kurzen, aber intensiven Zeit tolle neue Freunde gefunden, aber vor allem viel Neues gelernt.«


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