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Deutsche wollen nach Russland reisen, Russen nicht in die EU

Repräsentative Umfrage der Körber-Stiftung in Russland und Deutschland zu den Reisezielen der Bevölkerung

Jeder fünfte Deutsche ist bereits einmal nach Russland gereist, knapp jeder vierte Russe (24 Prozent) war schon in einem Land der EU. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die TNS Infratest im Auftrag der Körber-Stiftung zeitgleich in Deutschland und Russland durchgeführt hat. »Gerade jetzt, wo die politischen Beziehungen zwischen Russland und den meisten seiner europäischen Nachbarn in der Krise stecken, ist ein Austausch auf allen Ebenen umso wichtiger«, sagt Gabriele Woidelko, Leiterin des Fokusthemas »Russland in Europa« der Körber-Stiftung. »Interkulturelle Begegnungen sind ein Schlüssel für ein besseres gegenseitiges Verständnis.«

Ein Land der EU besuchen? Für viele Russen nicht so spannend

Die Umfrage zeigt allerdings, dass die Deutschen insgesamt aufgeschlossener und interessierter an Russland sind als die Russen an Europa. So ist der Wunsch der Deutschen, nach Russland zu reisen, deutlich stärker ausgeprägt als das Interesse der Russen an einer Reise in ein Land der EU. Von den Deutschen, die noch nie in Russland waren, interessiert sich die Mehrheit (59 Prozent) für eine solche Reise. Hingegen sagt nur ein Drittel der Russen (33 Prozent), die noch nie in der EU waren, dass sie gerne einmal in ein Land der EU reisen würden.

Junge Deutsche sind am interessiertesten an einer Reise

Dabei ist in beiden Ländern ein deutlicher Altersunterschied erkennbar: Je jünger die Befragten, desto aufgeschlossener sind sie. Während immerhin fast die Hälfte der 18- bis 29-jährigen Russen (47 Prozent), die noch nicht in der EU waren, gerne einmal dorthin reisen würde, sind nur 13 Prozent der über 60-jährigen Russen daran interessiert. In Deutschland kann sich dagegen auch die Mehrheit der Älteren (53 Prozent) eine Reise nach Russland gut vorstellen. Das größte Reiseinteresse haben junge Menschen aus Deutschland: Fast drei Viertel (72 Prozent) der Unter-30-Jährigen, die noch nicht in Russland waren, würden gerne einmal dorthin reisen. »Dass die junge Generation so aufgeschlossen ist, ist ein positives Signal für die Zukunft: Die Jungen haben die Chance, wieder Brücken zwischen Russland und seinen europäischen Nachbarn zu bauen«, sagt Woidelko.

Deutsche haben Interesse an russischer Kultur und Geschichte

Die Mehrheit der Deutschen (61 Prozent) wünscht sich eine intensivere Auseinandersetzung mit der russischen Kultur und Geschichte. Für knapp ein Drittel ist die Intensität der Auseinandersetzung ausreichend. Die Mehrheit der Russen (53 Prozent) findet dagegen, dass sie sich ausreichend mit der Kultur und Geschichte anderer europäischer Länder beschäftigen. Nur 28 Prozent würden sich gerne mehr mit Europa auseinandersetzen. 16 Prozent der Russen empfinden die Auseinandersetzung sogar als zu viel. »Unsere Umfrage zeigt, dass die Deutschen trotz aller politischen Differenzen von Russland fasziniert sind. Bei den Russen zeigt sich dagegen eine Tendenz zur Abschottung: Die EU wird in Russland mit Instabilität und Unsicherheit verbunden. Das schreckt viele Russen von einer Reise in die EU ab«, erklärt Woidelko. »Wir müssen für den Dialog werben und Begegnungen intensivieren, damit die Menschen aus Russland ihren Vorurteilen positive Erfahrungen gegenüberstellen können.«

Über die Stiftungsarbeit im Feld »Internationale Verständigung«

Seit mehr als 50 Jahren engagiert sich die Körber-Stiftung für internationale Verständigung und für einen Dialog über politische, nationale und religiöse Grenzen hinweg. Vielfältige Begegnungsformate, Netzwerke und Wettbewerbe helfen dabei, Sprachlosigkeit zu überwinden, Brücken zu bauen und Debatten anzustoßen. Mit dem Fokusthema »Russland in Europa« widmet sich die Körber-Stiftung der Wiederbelebung eines offenen, kritischen und konstruktiven Dialogs zwischen Russland und seinen europäischen Nachbarn. Projekte wie das Geschichtsnetzwerk EUSTORY oder der HistoryCampus bringen junge Europäer zusammen, um sich mit gegenwärtigen Fragen der europäischen Geschichte auseinanderzusetzen und den internationalen Dialog zu stärken.

Datenbasis der Umfrage

1.000 Personen in Deutschland, 1.024 Personen in Russland, jeweils Wahlberechtigte ab 18 Jahren; Feldzeit: 22.02. – 08.03.2016.
Stichprobe/Erhebungsverfahren: Repräsentative Zufallsauswahl/
Randomstichprobe, per CATI.
Durchgeführt unter Gesamtprojektleitung von TNS Infratest Politikforschung; Interviews in Deutschland: Infratel (Unternehmensgruppe TNS Infratest), Interviews in Russland: CESSI-Russia.

Materialien zum Download:

www.koerber-stiftung.de/umfrage-russland-in-europa

  • Broschüre »Russland in Europa: Annäherung oder Abschottung?«
  • Vollständige Tabellenbände Deutschland – Russland
  • Charts zu den Umfrageergebnissen
  • Hintergrund zum Fokusthema »Russland in Europa« im Handlungsfeld »Internationale Verständigung« der Körber-Stiftung

Weitere Angebote für Journalisten:

  • Interview mit Gabriele Woidelko, Leiterin des Fokusthemas »Russland in Europa« (bitte über den Pressekontakt anfragen)
  • Porträtfoto von Gabriele Woidelko zum honorarfreien Abdruck:
    www.koerber-stiftung.de/presse/experten.html

Pressemeldung zum Download (PDF)

<media 29974 _blank download "startet Datei-Download">Hintergrund zum Fokusthema »Russland in Europa«
im Handlungsfeld »Internationale Verständigung«
der Körber-Stiftung</media> (PDF)

Informationen zum Thema:
Körber-Stiftung
Andrea Bayerlein
Pressereferentin
Kehrwieder 12
20457 Hamburg
Telefon: +49 • 40 • 80 81 92 - 177
Telefax +49 • 40 • 80 81 92 - 304
E-Mail: bayerlein@koerber-stiftung.de
www.koerber-stiftung.de

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