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Die »Kinder des Zweiten Weltkriegs« sollen über ihre Erfahrungen sprechen

Umfrage: Große Mehrheit sieht 8. Mai als Tag der Befreiung

Zum 70. Jahrestag des Kriegsendes sind 89 Prozent der Deutschen überzeugt: Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Körber-Stiftung. Die Zahl derer, die das Kriegsende als Niederlage ansehen, ist auf neun Prozent zurückgegangen. In 2005 waren es dem Allensbach-Institut zufolge noch 35 Prozent.
Der veränderte Blick auf das Kriegsende geht einher mit einer stärkeren Bereitschaft, über von Familienmitgliedern erlittenes Leid zu erzählen – zumindest im privaten Kreis. Laut Umfrage der Körber-Stiftung sind die leidvollen Erlebnisse im Krieg oder in der Nachkriegszeit für zwei Drittel der Bevölkerung kein Tabuthema mehr. Knapp ein Drittel der Befragten im Alter von 18 bis 85 Jahren hat noch nie in der eigenen Familie über persönliches Leid im Zweiten Weltkrieg oder danach gesprochen.

Öffentliche Diskussion über die Erlebnisse der Kriegskinder

Die große Mehrheit der Deutschen (89 Prozent) ist der Ansicht: Angehörige der Kriegskinder-Generation, zwischen 1929 und 1949 geboren, sollten ohne schlechtes Gewissen über ihre persönlichen Erfahrungen sprechen. Dass dieser Austausch stärker als bisher in der Öffentlichkeit stattfinden soll, meint knapp die Hälfte aller Befragten.
»Wir sind davon überzeugt, dass auch die Stimmen der Kriegskinder gehört werden müssen, wenn wir über die Folgen des Zweiten Weltkriegs sprechen. Ihre Erfahrungen als Besatzungskinder, Kriegswaisen oder in Konzentrationslagern Geborenen wirken bis heute nach«, sagt Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Bildung bei der Körber-Stiftung, der Erinnerungskultur als Arbeitsschwerpunkt hat. »Der Dialog über die Kriegskindheiten bietet für Europa die große Chance, im Gespräch über die schmerzhafte Vergangenheit das gegenseitige Verständnis zu fördern.« 67 Prozent der Deutschen meinen, dass die öffentliche Aufarbeitung des Kriegskinderthemas auch von den Nachbarländern akzeptiert wird.

Europäischer Erinnerungstag am 4. Mai in Berlin

Um dem Austausch über die Erlebnisse und Prägungen der betroffenen Generation ein öffentliches Forum zu geben, veranstalten die Körber-Stiftung und das Deutsche Historische Museum am 4. Mai 2015 in Berlin einen europäischen Erinnerungstag unter dem Titel »Der lange Schatten des Zweiten Weltkriegs: Kriegskinder in Europa«.
Ziel ist es, Erfahrungen von Menschen zu thematisieren, die zum Beispiel in besetzten Gebieten als Kinder von Wehrmachtssoldaten oder im Nachkriegsdeutschland als Kinder alliierter Besatzungssoldaten zur Welt kamen. Auch die Lebensgeschichten der vielen Kriegswaisen werden beleuchtet, ebenso die von Kindern, deren Eltern osteuropäische Zwangsarbeiter waren.

Informationen zum Programm und den Gästen
Der Eintritt ist nach Anmeldung frei.

Datenbasis:

  • Forsa-Umfrage im Auftrag der Körber-Stiftung
  • bundesweit repräsentative Stichprobe von 1.000 Befragten im Alter von 18 bis 85 Jahren
  • durchgeführt im März/April 2015 per CATI

Pressemeldung zum Download (PDF)

Bei Interesse an der Veranstaltung, Interviews mit Gästen oder unseren Experten zum Thema sowie den vollständigen Studienergebnissen melden Sie sich bitte unter:

Körber-Stiftung
Eeske Anne Wykhoff
Pressereferentin
Kehrwieder 12 | 20457 Hamburg
Telefon + 49 40 80 81 92-177
E-Mail wykhoff@koerber-stiftung.de

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