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Körber Studio Junge Regie 20/21 geht mit zwei Preisen zu Ende

Caroline Kapp (Jahrgang 2020) und Ayşe Güvendiren (Jahrgang 2021) gewinnen die Preise bei der digitalen Doppel-Edition des Festivals.

Mit zwei Preisen ist die Doppel-Edition des Körber Studio Junge Regie 20/21 am heutigen Sonntag zu Ende gegangen. Bereits am 2. Juni wurde die Inszenierung „Messy History Lessons“ in der Regie von Caroline Kapp (Otto Falckenberg Schule München) für den Jahrgang 2020 prämiert. Am 6. Juni wurde „R-Faktor. Das Unfassbare“ inszeniert von Ayşe Güvendiren (ebenfalls Otto Falckenberg Schule München) für den Jahrgang 2021 ausgezeichnet.

Die Preisträgerbilder finden Sie hier, Bilder der Inszenierung hier (Messy History Lessons) und hier (R-Faktor).

Die Jury für den Jahrgang 2020, bestehend aus Susanne Meister (Dramaturgin, Thalia Theater Hamburg), Tina Lanik (Regisseurin) und Matthias Schulze-Kraft (künstlerischer Leiter, Lichthof Theater Hamburg), diskutierte ihre Entscheidung für „Messy History Lessons“ öffentlich im Anschluss an die letzte Vorstellung des Jahrganges in einer Videokonferenz:

Ein außergewöhnlich interessanter Jahrgang, die Produktionen sind teilweise noch vor der Pandemie entstanden. Gezeigt wurde eine große Bandbreite von freier Stückentwicklung bis hin zu unterschiedlichsten Auseinandersetzungen mit klassischen Stoffen.

Die Siegerproduktion „Messy History Lessons“ von der Otto Falckenberg Schule München kommt direkt aus der Quarantäne als „Stunde Null“ des Feminismus. Witzig, klug und leichtfüßig schreiben Regisseurin Caroline Kapp und Ensemble die „neat history“ des Kunstbetriebs um und chaotisieren den ordentlichen Kanon durch das Sichtbarmachen weiblicher Künstlerinnen und ihrer Werke.“

Caroline Kapp *1988 in Mainz, studierte Kulturwissenschaften und führte daraufhin drei Jahre ein soziokulturelles Projekt in Berlin. 2014 machte sie ihre ersten Assistenzen am Theater Bremen bei Alexander Giesche und Felix Rothenhäusler und kuratierte dort ein Festival für zeitgenössisches griechisches Theater. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit Geschichtsschreibung, dem (un)kollektiven Gedächtnis sowie marginalisierten und verdrängten Erinnerungen.

Weitere Produktionen auf der „Shortlist“ der Jury des Jahrgangs 2020 waren „Antigone“ mit Motiven aus „Nirgends in Friede. Antigone“ von Darja Stocker, Regie Julia Skof (Zürcher Hochschule der Künste), sowie „Comeback“ von und mit Tobias Malcharzik & Team (Institut für Theater, Medien und populäre Kultur, Stiftung Universität Hildesheim)

Die Jury für den Jahrgang 2021, Christian Holtzhauer (Intendant Schauspiel, Nationaltheater Mannheim), Dorothea Marcus (Kulturjournalistin und Theaterkritikerin), Tina Pfurr (Künstlerische Leitung, Ballhaus Ost, Berlin) argumentiert folgendermaßen:

Eine One-Woman-Show über strukturellen Rassismus in weißen Theaterinstitutionen, entstanden aus rund 30 Interviews mit Kunst- und Kulturschaffenden. Der Clou dabei: bravourös und zynisch, lustig und lehrreich verkörpert Schauspielerin Şafak Şengül dabei rund 30 handelnde Personen, inklusive die Moderatorin der Spiel-Show nach Art der „Mystery TV-Serie X-Faktor“. Doch hier ist alles die Wahrheit. In „R-Faktor“ gelingt das Kunststück einer Lehrstunde über Rassismus, präzise, verstörend, erhellend. Einem verbittert diskutierten Thema wird hier mit Humor begegnet – und echte Einfühlung ermöglicht.“

Ayşe Güvendiren *1988 in Wien, studierte Jura an der Universität Augsburg sowie Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Sie hospitierte und assistierte u.a. bei Jan-Christoph Gockel, Pınar Karabulut, Stefan Pucher und Yael Ronen. Seit 2017 studiert sie Regie an der Otto Falckenberg Schule und ist Stipendiatin der Richard Stury Stiftung. In der Spielzeit 20/21 assistiert sie an den Münchner Kammerspielen.

Weitere Produktionen auf der „Shortlist“ der Jury des Jahrgangs 2021 waren „doch an uns wird manche:r sich erinnern später noch“, Regie Jule Bökamp (ADK Baden-Württemberg, Ludwigsburg) sowie „Nina – ein filmisches Spiel“ in der Regie Damian Popp (Folkwang Universität der Künste Essen Künste).

Die Körber-Stiftung unterstützt die Gewinnerinnen bei einer neuen Regiearbeit an einem Stadt- oder Staatstheater bzw. alternativ in der Freien Szene durch einen Produktionskostenzuschuss in Höhe von je 10.000 Euro. Um den Nominierten der digitalen Festivalausgabe des Körber Studio Junge Regie 20/21 eine Auftrittschance auf einer Theaterbühne zu geben, hat die Körber-Stiftung außerdem den Körber Studio Gastspielfonds eingerichtet. Theater innerhalb Deutschlands können sich bei der Körber-Stiftung um einen Zuschuss bewerben, wenn sie in der Spielzeit 2021/22 ein Gastspiel von einer der 23 Festivalproduktionen des diesjährigen Körber Studio Junge Regie an ihren Häusern zeigen möchten.

Insgesamt 23 Nachwuchsregisseurinnen und Regisseure, sowie Regiekollektive aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellten in der online stattfindenden Doppel-Edition ihre Inszenierungen vor und standen für den Nachwuchspreis zur Auswahl.

Die bisherigen Preisträger: 2003 David Bösch (Hochschule der Künste Zürich), 2004 Agnes Hansch (Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin), 2005 Seraina Maria Sievi (Hochschule der Künste Zürich), 2007 Julia Hölscher (Theaterakademie Hamburg), 2008 Heike M. Götze (Hochschule der Künste Zürich), 2009 Daniel Pfluger (Hochschule der Künste Zürich), 2010 Kristofer Gudmundsson, Gesine Hohmann und Stephan Stock (Universität Hildesheim, Studiengang Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis), 2011 Gernot Grünewald (Theaterakademie Hamburg), 2012 Malte C. Lachmann (Bayerische Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München), 2013 Arnita Jaunsubrena, Lea Schneidermann und Kim Willems (Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen), 2014 Adele Dittrich Frydetzki, Kristina Dreit, Marten Flegel und Anna Froelicher (Institut für Medien und Theater der Universität Hildesheim), 2015 A. Firing Aardal, M. Askvik, D. Jensen, M. S. Løkeland Eide, Y. Owren & H. E. Riipinen (Norwegische Theaterakademie Fredrikstad), 2016 Anna-Elisabeth Frick (ADK Baden-Württemberg, Ludwigsburg), 2017 Caroline Creutzburg (Angewandte Theaterwissenschaft Gießen), 2018 Arthur Romanowski (Angewandte Theaterwissenschaft Gießen), 2019 Felix Krakau (HfMDK Frankfurt).

Das Körber Studio Junge Regie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Thalia Theater, der Körber-Stiftung und der Theaterakademie Hamburg unter der Schirmherrschaft des Deutschen Bühnenvereins. Bildmaterial zum gesamten Körber Studio Junge Regie finden Sie hier.

Pressemeldung zum Download (PDF)

Kontakt:
Thalia Theater GmbH
Alstertor, 20095 Hamburg
Claudia May, Presse, T: +49 (0)40 32814 721
presse@thalia-theater.de

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