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Programmieren in der Schule ist Pflicht

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Körber-Stiftung finden 59 Prozent der Bundesbürger, dass Kinder bereits in der Schule Programmieren lernen sollten.

Die Digitalisierung verändert grundlegend, wie wir lernen, arbeiten, konsumieren und kommunizieren. Doch nicht mal die Hälfte der Deutschen (47 Prozent) sieht im digitalen Wandel mehr Chancen als Risiken für die Gesellschaft, noch weniger (43 Prozent) bewerten die Folgen als überwiegend positiv für sich persönlich. Das zeigt eine Forsa-Umfrage unter 1.003 Personen, die die Körber-Stiftung im September 2016 im Rahmen ihres Fokusthemas »Digitale Mündigkeit« in Auftrag gegeben hat. Der Nachholbedarf in der digitalen Bildung von Kindern und Jugendlichen scheint erkannt: Mit 59 Prozent der Befragten unterstützt eine Mehrheit den Vorschlag, dass Kinder schon in der Schule Programmieren lernen sollten. Insgesamt wird die Verantwortung für die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien mit großer Mehrheit bei zwei Instanzen gesehen: den Eltern und der Schule (je 86 Prozent).

Bildungsgrad entscheidet über Potenziale im digitalen Wandel

Bei der Frage nach persönlichen Perspektiven durch den digitalen Wandel fällt auf, dass Befragte mit Abitur und Studium eher Chancen für sich erkennen (50 Prozent), bei denjenigen mit Hauptschulabschluss sind es dagegen nur 23 Prozent. Befragte mit mittlerem Abschluss erwarten zu fast gleichen Teilen positive (40 Prozent) wie negative Effekte (38 Prozent). Gleichzeitig sieht die Gruppe der Über-60-Jährigen für die Gesellschaft mehr Chancen (41 Prozent), während sie für sich persönlich nur zu knapp einem Drittel positive Erwartungen hat (28 Prozent). »Mit digitalen Tools umzugehen, ist heute in fast allen Lebens- und Arbeitsbereichen unabdingbar«, kommentiert Julia André, Leiterin des Fokusthemas »Digitale Mündigkeit« der Körber-Stiftung. »Nur Menschen, die über die entsprechenden Kompetenzen verfügen, können sich sicher in unserer zunehmend vernetzten, digitalen Welt bewegen. Wir müssen dringend entsprechende Bildungsangebote schaffen, um die digitale Spaltung der Gesellschaft zu verhindern«, so André weiter.

Notwendigkeit für technisches Know-how in Deutschland erkannt

Die Kompetenzvermittlung beim Umgang mit digitalen Medien wird mit großem Abstand gleichermaßen bei Schule und Eltern gesehen (je 86 Prozent). Besonders pflichtbewusst sieht die Gruppe der Elterngeneration der 30-bis-44-Jährigen diese Verantwortung (93 Prozent) bei sich. »Es ist wichtig, dass junge Menschen digitale Medien nicht nur souverän anwenden können, sondern auch kreativ-gestalterisch mit ihnen umzugehen lernen. Wer programmieren kann, hat beste Jobperspektiven und ein tolles Werkzeug, um die Welt von morgen mitzugestalten«, betont Julia André. Diese Notwendigkeit sieht auch die Mehrheit der Bundesbürger: 59 Prozent befürworten, dass Programmieren schon in der Schule gelehrt werden sollte. »Unser Bildungssystem ist noch nicht ausreichend für den digitalen Wandel gerüstet. Auch wenn außerschulische Angebote die notwendigen Reformen nicht ersetzen, können sie doch wichtige Impulse setzen«, sagt Julia André.

Aktuell und noch bis zum 23. Oktober lädt die Körber-Stiftung gemeinsam mit Anbietern aus der Hamburger Coding- und Maker-Szene zur Code Week Hamburg ein. In 30 Workshops und Mitmach-Veranstaltungen können Kinder und Jugendliche von acht bis 21 Jahren hinter die Kulissen der digitalen Welt schauen und sich im kreativen Umgang mit Hard- und Software erproben.
Weitere Informationen unter hamburg.codeweek.de

Über das Fokusthema »Digitale Mündigkeit« der Körber-Stiftung

Mit dem Fokusthema »Digitale Mündigkeit« engagiert sich die Körber-Stiftung für mündiges Handeln und eine starke Zivilgesellschaft im digitalen Zeitalter. Sie setzt sich für die Vermittlung digitaler Kompetenzen ein. Dazu kooperiert sie mit modellhaften Bildungsinitiativen, unterstützt Erfahrungsaustausch und Projekttransfer in diesem Feld und betreibt Lobbyarbeit für das Thema. Zugleich will die Körber-Stiftung die Debatte über die Gestaltung des digitalen Wandels voranbringen. Sie entwickelt Dialogformate für die breite Öffentlichkeit sowie für Fachleute und Interessenvertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft, um gemeinsam Antworten auf die zentralen Herausforderungen des digitalen Wandels zu finden.

Informationen zum Fokusthema »Digitale Mündigkeit«:
www.digital-muendig.de

Weitere Angebote für Journalisten:

Themenbilder und ein Porträtfoto von Julia André zum honorarfreien Abdruck:
Themenbild 1 (Foto: App Camps/Romy Geßner)
Themenbild 2 (Foto: Jugend hackt/David Gomez)
Themenbild 3 (Foto: Jugend hackt/Sandra Schink)
Themenbild 4 (Foto: Jugend hackt/Sandra Schink)
Themenbild 5 (Foto: Jugend hackt/Sandra Schink)
Julia André (Foto: Körber-Stiftung/Claudia Höhne)

Pressemeldung zum Download (PDF)

Informationen zum Thema:
Körber-Stiftung
Bereich Kommunikation & Programmplanung
Lisa Schachner
Kehrwieder 12
20457 Hamburg
Telefon +49 · 40 · 80 81 92 - 175
Telefax +49 · 40 · 80 81 92 - 304
E-Mail schachner@koerber-stiftung.de
www.koerber-stiftung.de

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