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Tage des Exils 2021 starten unter der Schirmherrschaft von Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi mit vielen digitalen Angeboten

Zum vierten Mal lädt die Körber-Stiftung zu den Tagen des Exils. Vom 6. April bis 7. Mai beteiligen sich 60 Organisationen und Einrichtungen an dem Programm, mehr als 30 Veranstaltungen sind online geplant.

Tausende Menschen leben in Deutschland im Exil, unter ihnen viele Medienschaffende, Künstlerinnen und Künstler, politisch Aktive, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft. Sie haben ihre Heimatländer verlassen, um sich vor Bedrohungen und Verfolgung zu retten. Die Neuangekommenen wünschen sich, die Gesellschaft hier mit ihren Erfahrungen und ihrem Können zu bereichern. Für viele prägt jedoch zugleich ein Gefühl der Zerrissenheit das Leben im Exil – nach dem tiefen Einschnitt müssen sie sich neu orientieren, um wirklich ankommen zu können. Dieses Spannungsfeld zwischen Sehnsucht, Orientierung und Neustart ist das verbindende Element der Veranstaltungsreihe »Tage des Exils«. Mit dem Format fördert die Körber-Stiftung seit 2016 das Zusammenwachsen zwischen Exilierten und Alteingesessenen in der Stadt. »Es ist im Interesse aller, das Potenzial gesellschaftlich und wirtschaftlich zu nutzen, das Menschen ins Exil mitbringen«, sagt Shirin Ebadi, Schirmherrin der Tage des Exils. »Das gelingt aber nur, wenn Staat, Zivilgesellschaft und die Exilierten eng zusammenarbeiten.«

Fünf Wochen lang 60 Veranstaltungen zum Exil

Für die Tage des Exils 2021 kooperiert die Körber-Stiftung unter anderem mit Theatern, Museen, Stadtteilzentren, Initiativen und Konzerthallen – insgesamt rund 60 Einrichtungen und Organisationen aus dem ganzen Stadtgebiet.

Erstmals finden aufgrund der Corona-Pandemie mehr als 30 Veranstaltungen online statt. Neben künstlerischen Beiträgen aus Musik, Theater oder Fotografie beleuchten Vorträge und Diskussionen das Thema »Exil« aus unterschiedlichen Perspektiven. Ein Teil der Veranstaltungen stellt die Geschichten und Werke von Menschen in den Mittelpunkt, die aktuell in Deutschland im Exil leben. Andere Programmbeiträge widmen sich den Schicksalen von Personen, die während des Nationalsozialismus aus Deutschland oder später aus der DDR fliehen mussten.

Ausgewählte Programmhighlights

Zum Auftakt diskutiert am 6. April um 19 Uhr Shirin Ebadi, Schirmherrin der Tage des Exils, mit Jan Ehlert (NDR Kultur) über Freiheit, den langen Weg dorthin, sowie ihr Leben im Exil. Ebadi ist iranische Juristin und Menschenrechtsaktivistin. 2003 wurde sie für ihren Einsatz für Demokratie, Frauen- und Kinderrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. In den folgenden Jahren setzten die iranischen Behörden sie immer stärker unter Druck. Seit 2009 führt Ebadi deshalb ihre Arbeit aus dem Exil in London fort.

Weitere Höhepunkte der Tage des Exils:

  • Bei der Diskussionsveranstaltung »Nicht mit uns!« kommen die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung für politisch Verfolgte zu Wort. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Jugendliche (14.4.21. im Rathaus/online).
  • In der Rede zum Exil reflektiert die afghanische Sozialunternehmerin Zohre Esmaeli ihre Erfahrungen im deutschen Exil. Im anschließenden Konzert zum Exil präsentiert der iranischer Musiker Majid Derakhshani persische Gesänge und Eigenkompositionen. Derakshani lebt in Deutschland im Exil, seitdem ihm die iranischen Behörden ein Einreise- und Berufsverbot erteilt hatten, weil er mit Musikerinnen zusammengearbeitet hatte (26.4.21 im Ernst-Deutsch-Theater/online)

Exil-Zitatkampagne geht in eine neue Runde

Schon ab dem 26. März stimmt die Körber-Stiftung die Hamburgerinnen und Hamburger mit Plakaten und in den sozialen Netzwerken auf die Veranstaltungsreihe ein. Dabei stehen drei Menschen im Mittelpunkt, die aktuell in Deutschland im Exil leben: der türkische Journalist Can Dündar, die maledivische Menschenrechtsaktivistin Shahindha Ismail und der syrische Theatermacher Mohammed Ghunaim. Sie haben jeweils ein Zitat einer Person ausgewählt, die in der NS-Zeit aus Deutschland ins Exil gehen musste. In Videos und auf den Plakaten erklären sie, wieso die historischen Äußerungen für sie heute ganz aktuell sind. Ismail präsentiert ein Zitat der Publizistin Hannah Arendt. Ghunaim hat ein Zitat des Dramatikers Bertolt Brecht ausgewählt. Dündar erkennt sich in Worten des Philosophen Theodor W. Adorno wieder.

»Die Zitatkampagne bringt die gemeinsame Erfahrung des Exils auf den Punkt – die Sorgen, Hoffnungen und Wünsche, die heute Exilierte mit den vor dem NS-Regime Geflüchteten teilen. Im Zentrum steht die Frage, wie der radikale Einschnitt nach dem Verlust von Heimat und Sprache überwunden werden kann«, sagt Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Demokratie, Engagement, Zusammenhalt in der Körber-Stiftung. »Mit der Kampagne und den Tagen des Exils möchten wir die Debatte darüber anregen, wie sich die Gesellschaft gegenüber Exilierten öffnen kann.«

Angebote für Journalistinnen und Journalisten

Das Programm und weitere Informationen zu den Tagen des Exils sowie Videos und Portraits der Protagonistinnen und Protagonisten der Zitatkampagne finden Sie unter Tage des Exils.

Materialien zur Zitatkampagne finden Sie hier zum kostenfreien Download:
www.koerber-stiftung.de/exilzitate-downloads

Wenn Sie an einer Berichterstattung über die Tage des Exils oder die Zitatkampagne interessiert sind, sprechen Sie uns gerne an.

Die Protagonistinnen und Protagonisten der Kampagne stehen Ihnen gerne für Interviews oder Portraits zur Verfügung.
Wenden Sie sich bei Interesse bitte an Daphna Horwitz (dho@mann-beisst-hund.de / 040 – 890 696 16).

Mögliche Interviewpartner/innen:

  • Shirin Ebadi, Schirmherrin der Tage des Exils
  • Zohre Esmaeli, Rede zum Exil
  • Sven Tetzlaff, Leiter Bereich Demokratie, Engagement, Zusammenhalt der Körber-Stiftung
  • Can Dündar, Journalist
  • Shahindha Ismail, Menschenrechtsaktivistin
  • Mohammed Ghunaim, Theatermacher

Pressemeldung zum Download (PDF)

Pressekontakt
Mann beißt Hund – Agentur für Kommunikation
Daphna Horwitz
E-Mail: dho@mann-beisst-hund.de
Telefon: 040 – 890 696 16

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