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Über 1.500 Kinder und Jugendliche berichten über ihren Alltag in der Corona-Krise

Körber-Stiftung und coronarchiv zeichnen die 50 besten Beiträge aus

Vom Kleinkind bis zum Jungerwachsenen, von Einzelprojekt bis digitaler Klassenarbeit, von Sachtext bis Comic – mehr als 1.500 Kinder und Jugendliche aus allen Bundesländern beteiligten sich an der Mitmach-Aktion »Geschichte für morgen. Unser Alltag in der Corona-Krise« und teilten ihre persönlichen Eindrücke und Erfahrungen während der Corona-Krise. Aus den insgesamt 1.120 Einsendungen hat die Jury nun die 50 Beiträge ausgewählt, die mit einem Buchpreis ausgezeichnet werden. Die Mitmach-Aktion wurde gemeinsam von der Körber-Stiftung und dem neu gegründeten coronarchiv initiiert.

Angelehnt an das das Prinzip des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, der seit fast 50 Jahren von der Körber-Stiftung ausgeschrieben wird, hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Erinnerung, ein Fundstück, ein eindrückliches Erlebnis, Beispiel oder Gespräch ausgewählt, das zeigt, wie sich die Corona-Krise auf die eigene Familie oder die Region auswirkt. In teils bewegenden Beiträgen schildern Kinder und Jugendliche Veränderungen im Familienalltag sowie konkrete Formen von Solidarität und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

So beschreibt der vierjährige Jaron aus Berlin in einem Audiobeitrag seinen Tagesablauf ohne Kindergarten, Spielplatz und gemeinsames Spielen mit Freunden. Auch der 18-jährige Maximilian aus Potsdam geht in seinem Filmbeitrag den Veränderungen im alltäglichen Zusammenleben auf den Grund; dazu befragte er Freunde und Verwandte. Alltagsveränderungen machten viele Teilnehmende auch am Beispiel von Freizeit, Sport und Religion fest. Robin, 16 Jahre, aus Idstein (Hessen) hat die »neue Normalität« am Beispiel verschiedener Charaktere in einem selbstproduzierten Lego-Stop-Motion-Film reflektiert.

Wie Kinder selbst mit den Maßnahmen umgehen, zeigt die Gruppe der Städtischen Lern- und Spielstube Eschweiler-Ost; die sechs bis 16-jährigen berichten in ihrem Film über kreative Formen der Freizeitbeschäftigung und zeigen beispielhaft, wie digitale Begegnungen in Zeiten von Social-Distancing das Miteinander stärken können.

»Die Einblicke, die uns Kinder und Jugendliche mit ihren Bildern, Essays, Gedichten und Podcasts in ihr Alltags- und Gefühlsleben während der Corona-Krise geben, sind ein großes Geschenk. Sie machen uns und zukünftigen Generationen deutlich, wie stark junge Menschen in ihrem Alltag und in ihrem Innersten von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind, obwohl sie aus medizinischer Sicht nicht als Risikogruppe gelten«, so Gabriele Woidelko, Leiterin des Bereichs Geschichte und Politik der Körber-Stiftung.

Formen von Solidarität in der Corona-Krise

Viele Jugendliche setzen sich mit Fragen von Solidarität in der Corona-Krise auseinander. Die 14-jährige Katja aus Denzlingen (Baden-Württemberg) schreibt in ihrem Text über Menschen, die in den sogenannten systemrelevanten Berufsfeldern tätig sind. »Wir sind froh, dass es Menschen gibt, die helfen«, schreibt die Schülerin. Sie plädiert dafür, dass neue Formen des solidarischen Miteinanders auch zukünftig gelebt und gepflegt werden und dass soziale Berufe mehr Anerkennung bekommen sollten. Mit grenzübergreifendem Zusammenhalt hat sich die 16-jährige Sidra aus Hamburg beschäftigt. Die Schülerin berichtet in einem Brief an ihre Freundin Judy in Syrien über politische Maßnahmen und Erfahrungen mit dem Home-Schooling in Hamburg. Sie zeigt sich besorgt über die Ereignisse in Syrien – ihrem »Heimatland«. »Egal aus welchem Land wir kommen, wir Menschen müssen zusammenhalten, um dieses Virus zu bekämpfen«, schreibt Sidra.

Dokumentation im coronarchiv

Die 50 Preisträgerbeiträge können ab sofort auf der Website der Körber-Stiftung aufgerufen werden, ab Herbst sind alle eingereichten Beiträge auf der Online-Plattform coronarchiv zu finden und werden dort als Beitrag zur Dokumentation der Corona-Krise archiviert.

Über das coronarchiv

Das coronarchiv ist ein gemeinsames Public History-Projekt der Universitäten Hamburg, Bochum und Gießen in Zusammenarbeit mit dem Medizinhistorischen Museum Hamburg und dem Museum für Hamburgische Geschichte. Das coronarchiv versteht sich als ein freies und offenes Onlineportal, zu dem alle beitragen können und das allen zugänglich ist. Ziel des coronarchivs ist die fortlaufende Sammlung, Archivierung, Kontextualisierung und langfristige Bereitstellung von persönlichen Erinnerungen und Fundstücken zur ›Corona-Krise‹.

Materialien zum Download (PDF):

Interviewmöglichkeiten (bitte über Carmen Ludwig anfragen)

  • Kontaktvermittlung zu Teilnehmer/innen und Einsicht in die Beiträge
  • Interview mit den Projektbeteiligten

Weitere Informationen auf
www.geschichtswettbewerb.de/mitmach-aktion
www.coronarchiv.de

Pressemeldung zum Download (PDF)

Informationen zum Thema:
Körber-Stiftung
Carmen Ludwig
Kehrwieder 12
20457 Hamburg
Telefon +49 · 40 · 80 81 92 - 153
E-Mail ludwig@koerber-stiftung.de
www.geschichtswettbewerb.de

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