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Unsicherer als vor fünf Jahren: Getrübte Sicht der Deutschen aufs Weltgeschehen

Repräsentative Umfrage der Körber-Stiftung zeigt die Haltung der Deutschen zu internationaler Kooperation

Die internationale Ordnung steht unter Druck. Was in außenpolitischen Zirkeln seit geraumer Zeit diskutiert wird, nimmt auch die Bevölkerung wahr: Zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) finden, dass die Welt heute unsicherer ist als vor fünf Jahren. Als größte globale Herausforderung nennen 53 Prozent der Befragten den Klimawandel. Das zeigt die repräsentative Umfrage »Gemeinsam oder allein?« der Körber-Stiftung, durchgeführt von Kantar Public. In Kooperation mit dem Institut Montaigne, einer unabhängigen und gemeinnützigen Denkfabrik aus Paris, wurden ausgewählte Fragen auch in Frankreich gestellt.

Kooperation wichtiger als nationale Interessen

»Viele Facetten der globalen Unsicherheit – ob kriegerische Konflikte, Klimawandel oder Migration – kennen in der heutigen Zeit keine Grenzen. Sie zu lösen erfordert, dass die Weltgemeinschaft an einem Strang zieht«, so Nora Müller, Leiterin des Bereichs Internationale Politik der Körber-Stiftung.

Unterstützt die Bevölkerung solch ein multilaterales Vorgehen?

Die eindeutige Mehrheit befürwortet laut Umfrageergebnissen internationale Kooperation: 96 Prozent der Deutschen finden, dass ihr Land bei der Lösung globaler Herausforderungen mit anderen Staaten zusammenarbeiten sollte. Knapp drei Viertel der deutschen Befragten (72 Prozent) befürwortet kooperatives Handeln auch dann, wenn dabei nationale Interessen zunächst zurückgestellt werden müssten.

Franzosen sehen weniger Vorteile in EU-Mitgliedschaft als Deutsche

Deutsche und französische Befragte sind sich laut Umfrageergebnissen in vielen Fragen einig. Die EU-Mitgliedschaft wird von Deutschen und Franzosen jedoch unterschiedlich bewertet. Während 46 Prozent der Bundesbürger eher Vorteile in der Mitgliedschaft sehen, so stimmen dieser Aussage nur 23 Prozent der Franzosen zu.

Globalisierung spaltet die Deutschen

Der Globalisierung stehen die Befragten in Deutschland geteilt gegenüber. Zwar gaben 57 Prozent der Befragten an, dass die Globalisierung sowohl für Deutschland als auch für die persönliche Lebenslage (46 Prozent) eher Vorteile gebracht hat. Dennoch ist knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) der Meinung, dass die Bundesrepublik im Zuge der Globalisierung die Kontrolle über die Gestaltung ihrer Politik verloren hat.

Fridays for Future wirken

Der Klimawandel wird von der deutschen und französischen Bevölkerung als drängendste Herausforderung gesehen. Aus fünf Themen wählen 53 Prozent der deutschen und 52 Prozent der französischen Befragten den Klimawandel als die Herausforderung mit dem größten Handlungsbedarf für die internationale Politik. Terrorismus (14 Prozent in Deutschland, 26 Prozent in Frankreich) kriegerische Konflikte (17 Prozent bzw. 7 Prozent), Cyber-Bedrohungen (5 Prozent bzw. 4 Prozent), aber auch Migration (jeweils 10 Prozent) spielen eine wesentlich geringere Rolle.

Die Umfrage

Im Auftrag der Körber-Stiftung führte das Meinungsforschungs-institut Kantar Public Deutschland eine repräsentative Umfrage unter 1000 Personen, Kantar Public France im Auftrag von Institut Montaigne unter 1020 Personen durch. Befragt wurden jeweils Wahlberechtigte ab 18 Jahren im Zeitraum 1. bis 15. April 2019. In weiteren Fragen ging es darum, welche internationalen Organisationen den Deutschen bekannt sind, was für ein Engagement von Deutschland auf der internationalen Bühne erwartet wird und wie stark sich Deutschland und Frankreich in EU und UN beteiligen sollen.

Angebote an die Medien (bitte über den Pressekontakt anfragen):

Pressemeldung zum Download (PDF)

Pressekontakt
Julian Claaßen
Pressestelle
Körber-Stiftung
Telefon: +49 40 80 81 92-233
E-Mail: claassen@koerber-stiftung.de
Twitter: @KoerberIP

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