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  • Anja Paehlke<br />(Foto: Körber-Stiftung)

  • Reiner Klingholz, Margret Heckel, Anja Paehlke (v.l.)<br />(Foto: David Ausserhofer)

  • Foto: David Ausserhofer)

  • - Meldung

    Anja Paehlke plädiert für stärkere Kooperation der Stiftungen

    Um Herausforderungen des demografischen Wandels besser zu begegnen, sei eine stärkere Kooperation zwischen Stiftungen nötig, betonte Anja Paehlke, Vorstand der Körber-Stiftung, auf dem StiftungsTag in Leipzig. Auch Bereiche wie Kunst und Kultur könnten hier noch mehr tun.

    Noch vor der Eröffnungsveranstaltung des Deutschen StiftungsTags in Leipzig wurde unter Beteiligung von Anja Paehlke, Mitglied im Vorstand der Körber-Stiftung, vormittags bereits in das Tagungsthema »Demografischer Wandel« eingeführt. Grundlage war die im Vorfeld veröffentlichte Publikation »Stiftungen und demografischer Wandel«, an deren Entwicklung die Körber-Stiftung beteiligt war.

    Einleitend stellte Reiner Klingholz vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung die wichtigsten Fakten und Trends zum demografischen Wandel vor, wobei er zwei Apekte immer wieder betonte: Der demografische Wandel sei eine Folge steigenden Wohlstands, und insofern Teil einer sehr begrüßenswerten Entwicklung – ganz im Kontrast zum häufig problem- und angstbehafteten öffentlichen Diskurs. Zudem ging er auf die globale Perspektive des demografischen Wandels ein. Da die Welt »demografisch gespalten« sei, dürfte auch dieser, nahezu gegenteilige Aspekt, nicht außer Acht gelassen werden.

    Juliane Metzner vom Bundesverband Deutscher Stiftungen präsentierte anschließend eine Befragung des sogenannten Stiftungspanels. Sie überraschte dabei mit der Erkenntnis, dass mehr als zwei Drittel der befragten Stiftungen zwar das Thema des demografischen Wandels nicht explizit auf der Agenda hätten, durch ihre Tätigkeiten in Bereichen mit Bezug hierzu sich allerdings mindestens indirekt mit ihm beschäftigen.

    Im anschließenden Podiumsgespräch mit der Autorin Margret Heckel und Reiner Klingholz über die Handlungsempfehlungen für Stiftungen brach Anja Paehlke insbesondere eine Lanze für eine stärkere Kooperation zwischen Stiftungen. Ein so großes Querschnittsthema wie den demografischen Wandel könnten Stiftungen weder arbeitsteilig-isoliert, und schon gar nicht allein bewältigen. Sie sprach sich dafür aus, den Querschnittscharakter des demografischen Wandels auch in der Stiftungsarbeit Ernst zunehmen.

    Die Publikation formuliert es in ihren Handlungsempfehlungen für Stiftungen so: »Der demografische Wandel ist multidimensional und braucht das Handeln aller Akteure. Kooperationen zwischen Stiftungen, aber auch mit anderen Sektoren sind ungemein sinnvoll... Große Stiftungen können in die Konzeption und das Anschieben von Kooperationsketten und in intelligente, selbstlernende Netzwerke investieren. Auch kleinere Stiftungen können sich in solche Kooperationsketten einbringen. Wichtig ist allerdings, dass Stiftungen nicht unter sich bleiben, sondern auch Kommunen, Länder, Bund, zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen einbinden. Gemeinsam lässt sich mehr bewirken als in Einzelprojekten!« 

    Auch vermeintlich wenig betroffene Felder wie etwa Kunst und Kultur könnten hier noch sensibler werden, betonte Anja Paehlke. Sie könnten etwa durch demenzsensible Museumsführungen oder Hörgerätschleifen bei Konzerten Hilfen anbieten.


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