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  • Yvonne de Bark, Schaupielerin, Autorin, Coach und Referentin zum Thema Körpersprache, beim 9. Stadtlabor Online
  • - Meldung

    Online wirken – auch eine Aufgabe für Verwaltungen

    Mitten im zweiten Lockdown und mit der Aussicht auf die Gefahr einer dritten Corona-Welle wird klar: Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis Videokonferenzen wieder einer direkten Kommunikation weichen werden – und womöglich wird der digitale Austausch sogar zum »New Normal«, auch in öffentlichen Verwaltungen.

    Zeit also für das Stadtlabor Online der Körber-Stiftung, seine Alumni aus dem Programm »Alter und Kommune« für die möglichst optimale Online-Wirkung fit zu machen.
    Im 9. Stadtlabor Online am 25. Februar präsentierte die Schauspielerin Yvonne de Bark, auch Referentin für Körpersprache und Online-Wirken, wie eine Kommunikation auf Augenhöhe funktionieren kann – trotz oder sogar dank Videokonferenz. Sie macht ganz klar: Wer professionell arbeitet, wer sein Gegenüber ernst nimmt und auch selbst seriös und authentisch wahrgenommen werden will, der muss auf jedes Detail im digitalen Meeting achten: das Licht, den Ton, den Hintergrund, den Bildausschnitt, die Farben, auch die der eigenen Kleidung, und natürlich die Körperhaltung, den Gesichtsausdruck, die Mimik. Und beim Öffnen des Mikros bitte nicht als ersten Satz ein »Hört man mich« senden. »Die Kamera ist Ihre Bühne«, sagt de Bark und ermutigt dazu, sie auch zu nutzen. Wer sich bei der Videokonferenz fühlt, als schaue er fern, vergisst, dass auch er oder sie auf dem Bildschirm zu erleben ist – und dabei gnadenlos sichtbar. Aktives, ermunterndes Zuhören gehört genauso zum kompetenten Umgang mit Videokonferenzen wie die professionellen eigenen Redeparts.

    Auch in den Kommunen sind Videokonferenzen »The New Normal«

    Die Teilnehmenden aus zehn deutschen Kommunen bestätigen die immense Bedeutung, die Videokonferenzen in ihrer Arbeit inzwischen einnehmen. Zwischen 30 Prozent der Arbeitszeit und täglich zwei bis drei digitalen Treffen bis zu vier oder fünf Stunden in der Woche reichen die Angaben. Bärbel Fabig aus dem Amt für Soziales und Senioren der Stadt Heidelberg schätzt, dass Videokonferenzen im kommunalen Altersmanagement noch zunehmen werden: »Wir haben bereits 2020 einige Digitalisierungsstrategien für und mit Hochaltrigen umgesetzt. Durch Corona war auf einmal die Bereitschaft hoch, hier einzusteigen, das wird anhalten und unsere Teilnahmezahlen waren beeindruckend.« Umso wichtiger ist es ihr deshalb, dass auch die Repräsentantinnen und Repräsentanten der Verwaltung »sich möglichst gut austauschen und präsentieren können«.

    Ute Schleh, Amt für Soziales, Jugend, Familie und Senioren der Stadt Weinheim, bezweifelt, ob Videokonferenzen der richtige Weg sind, um Zugang zu Hochaltrigen zu bekommen. Videokonferenzen finden in ihrem Alltag »mit den Arbeitsgruppen statt, aber nicht mit Älteren, die Angebote unseres Amtes annehmen«. Der Stadtseniorenrat versuche aber, mithilfe von Digitallotsinnen und -lotsen auch Ältere zu schulen. Die Tipps von de Bark sind für Schleh sehr hilfreich und gut umsetzbar.  Zum Beispiel, wie man in der Videokonferenz über das Gesprochene hinaus interagieren kann. Auch »nonverbale Kommunikationsmöglichkeiten ausschöpfen und das Gefühl vermitteln, gemeinsam an einem Tisch zu sitzen«, lautet ein Rat der Expertin.

    Digitale Treffen bieten neue Chancen

    Für Mona Ende aus der Stadt Langenfeld, Fachbereich Soziales und allgemeine Ordnung, sind Videokonferenzen »seit einem Jahr zum festen Arbeitstool geworden. Ein Großteil der Veranstaltungen, Arbeitskreis-Treffen und Jours Fixes finden digital statt.« Sie hat am Training im Stadtlabor Online teilgenommen, weil sie glaubt, dass digitale Treffen »die analogen nicht nur ersetzen, sondern auch noch Möglichkeiten darüber hinaus bieten.« Nämlich: keine Anfahrtszeiten, geringerer Aufwand beim Vor- und Nachbereiten und »es können auch pflegende und betreuende Personen teilnehmen«. Nachdem sie sich selbst bereits in verschiedene Tools eingearbeitet und den Ratssaal »technisch für kombinierte Online-Offline-Treffen getestet« hat, ist ihr im Stadtlabor nicht alles neu gewesen. Aber Anregungen nimmt sie doch noch mit; so hat sie mit de Bark noch während der Veranstaltung verschiedene Hintergrund-Gestaltungen ihres Arbeitsplatzes erprobt. 

    Und Ende ist es auch, die schon ein mögliches Nachfolgethema anmeldet: »Welche Möglichkeiten haben sich bewährt, ältere Menschen zu motivieren, an Videokonferenzen teilzunehmen?« Die digitale Projektgruppenarbeit klappe aktuell nur mit Menschen, die durch ihre Arbeit bereits technische Kompetenzen erlernt haben und mit denen, die das Thema so sehr interessiert, dass sie bereit sind, sich damit zu beschäftigen. Deshalb sei das doch ein passendes Thema für den Austausch in dieser Runde. »Mir gefällt das Format des Stadtlabors Online nämlich sehr gut«.

    Im Stadtlabor Online treffen sich die Alumni des Programms Alter und Kommune der Körber-Stiftung zum monatlichen kollegialen Austausch. Inhaltliche und methodische Impulse begleiten ihre Arbeit im lokalen Altersmanagement.


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