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Lebendige Bürgergesellschaft

Meldung

Großes Interesse am Tabu-Thema »Trauern«

Der Ansturm auf die Ausstellung »Trauern. Von Verlust und Veränderung« in der Hamburger Kunsthalle war groß. Etwa 700 Besucher kamen zur Eröffnung. Die Körber-Stiftung unterstützt die Ausstellung im Rahmen ihres Projektes »Leben mit dem Tod«. Beide Institutionen möchten Tabus aufbrechen, die auf den Themen Sterben, Tod und Trauer liegen.

Der Besucherstrom zur Ausstellungseröffnung brachte das neu gestaltete Foyer der Galerie der Gegenwart räumlich an seine Grenzen – ein grandioser Erfolg für die Kuratorin der Ausstellung Brigitte Kölle und Alexander Klar, Direktor der Kunsthalle. Die Kunsthalle will mit dieser Ausstellung Impulse geben, um über Sterben, Tod und Trauer zu sprechen. Diese Impulse wurden von einem sehr interessierten und begeisterten Publikum aufgenommen und führten zu vielen angeregten Gesprächen.

Rund 30 internationale Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart beschäftigen sich in der großangelegten Ausstellung mit dem Thema Verlust. Die Erfahrungen von Verlust, Trauer und Wandel bergen ein verstörendes Potenzial, das schwer zu benennen ist und sich einer Darstellbarkeit regelrecht zu entziehen scheint. Die unterschiedlichen künstlerischen Positionen zeigen, welche Bilder Künstler heute für dieses Phänomen finden, welche Bedeutung überlieferten Pathosformeln zukommt und was der Umgang mit Trauer über unsere Gegenwart zu erzählen vermag.

Die sich über zwei Stockwerke der Galerie der Gegenwart erstreckende Ausstellung umfasst Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Videos, Dia- und Klanginstallationen. Sie vermitteln in ihrer Vielsprachigkeit eine Ahnung davon, wie mannigfaltig die Formen von Trauer sein können. Alle Menschen machen individuelle leidvolle Erfahrungen von Enttäuschung, Scheitern und Unwiederbringlichkeit – ob es sich um den Verlust eines geliebten Menschen durch Trennung oder Tod handelt, den Abschied von Idealen und Visionen oder den Verlust von Heimat und Vertrautheit.

Die Ausstellung macht deutlich, dass die Art und Weise unseres Umgangs mit Trauer, ihrer Darstellung und ihrer Wertung abhängig von unserem kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Umfeld ist und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Miss- und Zustände zulässt. Die enorme Vielschichtigkeit des Themas wird den Besuchern anhand von Kapiteln wie »Melancholie und Trauer«, »Trauer und Geschlecht«, »Kollektive Trauer«, »Trauer und Protest«, »Formen des Abschieds« und »Die Unfähigkeit zu trauern« veranschaulicht.

Zum Thema wird ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Lesungen, Gesprächen und Führungen angeboten.

Booklet zur Ausstellung (PDF)

Die Körber-Stiftung spricht in diesem Rahmen am 04. Juni mit der Audiobiographin Judith Grümmer zu ihrem Projekt der »Letzte Worte«.


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