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Lebendige Bürgergesellschaft

Meldung

Isolierung Älterer wäre Diskriminierung

Verändert die Pandemie unseren Blick aufs Alter? Im After Corona Club des NDR war Karin Haist, Leiterin der Projekte demografische Zukunftschancen der Körber-Stiftung, zu Gast. Gastgeberin Anja Reschke wollte wissen, wie die Idee zu bewerten sei, Ältere als Risikogruppe besonders zu isolieren.

Pandemie verschärft negativen Blick aufs Alter

Der oft einseitige Blick aufs Alter werde durch die permanente Etikettierung der Älteren als »Risikogruppe« in der Pandemie zusätzlich negativ verschärft, so Karin Haist. Gesellschaftlichen Forderungen, Risikogruppen wie die Älteren zu separieren, um andere zu schützen, erteilte sie eine Absage: »Das halte ich für eine absolut diskriminierende Maßnahme. Und wer würde bestimmen, wann wir alt sind? Was uns tatsächlich interessieren muss, ist biologisches Alter, also mein Altersdatum plus mein Lebensstil, meine psychische und physische Verfasstheit.« 

Neue Formen digitaler Begegnung werden erprobt

Nach den Auswirkungen von Social Distancing auf Ältere und nach Konzepten für gutes Altern in Zeiten der Pandemie gefragt, erläuterte Haist, warum das Problem der Alterseinsamkeit – Thema der Körber-Stiftung 2019 – durch das strikte Abstandhalten in der Pandemie zunehme. Sie zeigte sich aber auch optimistisch, dass viele Ältere in der Krise neue Formen digitaler Begegnung erprobten und solidarisch für die Gesellschaft aktiv würden. Die Krise könne auch ein Anreiz für ältere Menschen sein, neue Technologien auszuprobieren, Streaming und Mediatheken zu nutzen oder Podcasts zu hören. 

Im After Corona Club spricht Anja Reschke mit Fachleuten aus Psychologie, Wirtschaft, Soziologie, Politik, Medizin und weiteren Wissenschaften. Das Gespräch mit Karin Haist gibt es in der ARD-Mediathek, im Youtube-Channel NDR Doku sowie als Audio-Podcast.  

 


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