• Der Journalist Amer Matar wurde in Syrien aufgrund seiner Berichterstattung gefoltert. In Koblenz sagt er nun in einem Prozess gegen die Täter aus. (Foto: Fares Almatar)
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    Pressefreiheit statt Schere im Kopf

    Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit haben sechs Journalistinnen und Journalisten aus Bahrain, Syrien und der Türkei geschrieben, wie sie Pressefreiheit in ihrer Heimat erlebt haben. Ihre Beiträge bilden den Abschluss der »Stimmen des Exils«, mit der Körber-Stiftung und Tagesspiegel Journalistinnen und Journalisten im Exil zu Wort kommen lassen.

    Schreiben zu können, ohne Angst zu haben. Als Journalistin oder Journalist den Beruf ausüben zu können, ohne Repressalien zu befürchten. Was eigentlich normal sein sollte, ist es nicht überall. Weltweit werden Journalistinnen und Journalisten aufgrund ihrer Berichterstattungen bedroht, eingeschüchtert und teilweise sogar gefoltert, verletzt oder getötet.

    Darüber berichtet auch Ibrahim Al Hussein im Interview mit Samer Massouh, Redakteur beim Nachrichtendienst Amal, Berlin! Al Hussein ist Leiter des Syrischen Zentrums für Pressefreiheit, das Menschenrechtsverletzungen gegen syrische Journalistinnen und Journalisten dokumentiert. Syrien sieht er als eines der gefährlichsten Länder für Journalistinnen und Journalisten an. Ein wichtiges Instrument für den Schutz dieser Menschen sieht er in der Strafverfolgung – und verweist dabei auch auf wichtige Beiträge, die Deutschland und Europa zum Schutz von Journalistinnen und Journalisten leisten können.

    Fragen nach Schutz und Gerechtigkeit

    In Deutschland hat sich kürzlich hier etwas getan: in dem bekannten Prozess in Koblenz stehen erstmalig syrische Angeklagte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht. Im Kontext dessen kommt auch der gefolterte syrische Journalist Amer Mater zu Wort. Hareth Almukdad beschreibt in seinem Artikel eindrücklich die Hoffnung auf Gerechtigkeit aus dem Exil heraus.

    Neben den Fragen nach Schutz und Gerechtigkeit, berichten die Autorinnen und Autoren in der Serie auch von Tricks und Verhaltensweisen, um die Behörden in ihren Heimatländern nicht gegen sich aufzubringen und auch von der paradoxen und inflationären Gleichsetzung des Begriffs „Terrorist“ mit dem Wort „Journalist“.

    »Wenn Meinungs- und Pressefreiheit eingeschränkt werden, ist auch der Beruf von Journalistinnen und Journalisten in Gefahr. Wo Presse zensiert wird, ist häufig auch die Justiz nicht unabhängig. Ohne Angst darüber berichten zu können, was die Menschen in einem Land bewegt, sollte überall auf der Welt selbstverständlich sein. Leider sind Einschüchterung und Unterdrückung an vielen Orten eher die Regel – darüber klagen Exiljournalistinnen und –journalisten besonders. «, so Dr. Toufic El Masri, Leiter des Programms Exil bei der Körber-Stiftung.

    Die Sonderseite zum Tag der Internationalen Pressefreiheit bildet den Abschluss der Reihe »Stimmen des Exils«. Die Texte der Exiljournalistinnen und -journalisten zum Tag der Pressefreiheit resultieren aus Workshops, die im Rahmen unserer Kooperation mit dem Tagesspiegel durchgeführt werden. Diese finden Sie in der heutigen Printausgabe des Tagesspiegels. Weitere Sonderseiten sind zum Internationalen Tag der Demokratie, zum Internationalen Tag der Menschenrechte und zum Internationalen Frauentag erschienen. Alle Texte der Serie sowie weitere Artikel und Videos finden Sie online hier: www.tagesspiegel.de/stimmendesexils