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    Stadtlabor eingeloggt!

    Beim zwölften Stadtlabor Online dreht sich alles um die Themenwoche Eingeloggt! – eine Kooperation der Körber-Stiftung, der Hamburger Volkshochschule und den Bücherhallen Hamburg. Die Frage, die die Teilnehmenden des Stadtlabor Online beschäftigte, lautet: Wie können Kommunen das Interesse an digitaler Teilhabe Älterer unterstützen?

    Caterina Römmer, Programm- Managerin bei der Körber-Stiftung und zuständig für Programmplanung und -gestaltung der Eingeloggt!-Woche, berichtet von Konzept, Umsetzung und Ergebnissen einer Woche gefüllt mit Angeboten für Ältere zum Thema Digitalisierung. Gerade im Hinblick auf die Coronapandemie wurde deutlich, dass die Spaltung zwischen den »Onlinern« und »Offlinern«, gerade unter den Älteren, eine besondere Herausforderung ist. Caterina Römmer berichtet, dass es häufig an Erprobungs- und Testmöglichkeiten fehle, um Älteren den Umgang mit Technik näher bringen zu können. Die Eingeloggt!-Woche fand zum ersten Mal 2019 in Bergedorf statt. Jetzt im August 2021 wurde sie auf mehrere Hamburger Stadtteile ausgeweitet. Insgesamt 55 kostenlose Workshops, Angebote oder Vorträge bieten Menschen ab 50 Jahren die Möglichkeit zu bloggen, im Netz zu surfen, zu programmieren oder auch sich über Sicherheit im Netz zu informieren. Nicht nur der spielerische, sondern auch der kritische Umgang mit Hardware und Software wurden thematisiert und nachgefragt. 

    »Ein so umfangreiches Angebot wäre ohne die Beteiligung der vielen Initiativen und Organisationen nicht möglich gewesen. Kooperation ist hier das Zauberwort«, so Caterina Römmer. Die Empfehlung für die kommunalen Akteure und Teilnehmenden des Stadtlabor Online lautet daher: Kooperationspartner finden, lohnt! Nicht nur Bildungsträger, sondern auch Unternehmen, Start-ups oder Projektdesigner könnten dabei sein, vielleicht auch, um ihre Produkte einzuführen und von Älteren testen zu lassen 

    Der Mehrwert einer solchen Aktionswoche überzeugte die Teilnehmenden – alle in ihren Kommunen verantwortlich für das Thema Alter. Gefragt wurde aber nach der Finanzierung.  Wichtigster Kostenfaktor: die Personalressourcen für die Koordinierung. Ein weiterer Kostenfaktor einer solchen Aktionswoche ist die Öffentlichkeitsarbeit, denn es ginge genau darum, diejenigen zu erreichen, die sich noch nicht im Internet informieren. Die Antwort: Anstatt von Großplakaten, die die Kommunen oft nicht finanzieren können, sind Veranstaltungen auch über Flyer, Veranstaltungskalender oder Wochenblätter anzukündigen.

    Der Austausch der kommunalen Verantwortlichen zeigt: Es sind bereits andere spannende Projekte zur digitalen Kompetenzvermittlung für Ältere in der Umsetzung. Bärbel Fabig, Amt für Soziales und Senioren der Stadt Heidelberg, berichtet von Digitalpartnerschaften zwischen Jung und Alt. In Weinheim, so Ute Schleh vom Amt für Soziales, Jugend, Familie und Senioren fährt das Info-Mobil in die Quartiere. Und in Flensburg gibt es Angebote zum »Handy-Führerschein«, ergänzt Heidi Lyck, Stabsstelle Sozialplanung der Stadt Flensburg. 

    Susanne Jungkunz, Amt für Teilhabe und Soziales der Stadt Oldenburg, plädiert dafür, dass das Thema Digitalisierung der Älteren auch zum Gegenstand ganzheitlicher kommunaler Strategien werden müsse. Eine Umsetzung – zum Beispiel in einer Aktionswoche – könne so noch besser und nachhaltiger gelingen.

    Im Stadtlabor Online treffen sich die Alumni des Programms Alter und Kommune der Körber-Stiftung zum monatlichen kollegialen Austausch und erhalten Input aus der Wissenschaft und Praxis.


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