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Innovation

Meldung

Angst vorm autonomen Fahren

Große Skepsis gegenüber autonomem Fahren komme von der Angst vor Kontrollverlust, obwohl wir wüssten, dass Menschen großen Anteil an der Verursachung von Unfällen haben, meint Daniel Barben von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt im Gespräch mit der Körber-Stiftung. Nachgefragt wurde vor dem Hintergrund der Ergebnisse des TechnikRadar 2019.

Wie stehen die Deutschen zum autonomen Fahren? Wie zurückhaltend sind sie im Vergleich mit anderen europäischen Ländern? Und wann wird sich diese Technologie auf der Straße durchsetzen? Daniel Barben vom Institut für Technik- und Wissenschaftsforschung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt gibt Antworten zu diesen Fragen, die auch das TechnikRadar 2019 aufwirft. Die Studie von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und der Körber-Stiftung betrachtete die Einstellungen von Deutschen gegenüber Technik im europäischen Vergleich.

Sie zeigt, dass sich 62 Prozent der Deutschen in einem fahrerlosen Auto unwohl fühlen würden. Damit liegen sie knapp über dem europäischen Mittelwert (Grafik). In Spanien (70 Prozent) und Frankreich (65 Prozent) zweifeln noch etwas mehr Menschen als hierzulande an der Idee autonom fahrender Autos. Weniger skeptisch sind hingegen Schweden (49 Prozent), Italiener (47 Prozent), Niederländer (43 Prozent) oder Polen (37 Prozent).

Laut Barben ist das Szenario eines fahrerlosen Autos noch eine Zukunftsidee: »Wir haben noch eine längere Wegstrecke vor uns, bis man beim autonomen Fahren angekommen ist. Damit meine ich die gesamte Gestaltung der Fahrt des Automobils – also die Vernetzung zwischen dem Fahrzeug und den Straßen.« Eine Vorstufe dafür ist zunächst der Einsatz von Assistenzsystemen. »Wenn wir von autonomem Fahren sprechen, gibt es verschiedene Stufen der Automatisierung und des Abgebens von Kompetenz an technische Systeme. Hier sind es konkret die Assistenzsysteme in Autos, die nach europäischen Vorgaben in den nächsten Jahren eingeführt werden sollen«, erklärt der Experte für Interdependenzen zwischen Prozessen wissenschaftlich-technischer und gesellschaftlicher Veränderungen.

Das ganze Video mit Daniel Barben ist hier zu finden.
Weitere Aspekte des TechnikRadar kommentieren Expertinnen und Experten in  diesem Video.

Das TechnikRadar 2019 gibt es hier als kurzes Booklet oder Langfassung (PDFs)


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