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Meldung

Eine Hamburger Freundschaft

Die Körber-Stiftung nimmt den 100. Geburtstag Helmut Schmidts zum Anlass, in bislang teils unveröffentlichten Bildern zu zeigen, was Helmut und Loki Schmidt mit Kurt A. Körber in ihrer langjährigen Freundschaft verband. Die Ausstellung »Eine Hamburger Freundschaft« ist bis Ende März im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen im KörberForum zu sehen.

Seit den 1960er Jahren erwuchs aus der Bekanntschaft zwischen Kurt A. Körber und Helmut Schmidt eine Freundschaft, die sich laut Schmidt im Laufe der Zeit »immer mehr vertiefte«. Sie schloss Schmidts Ehefrau Hannelore, genannt »Loki«, mit ein, wenngleich auch auf völlig eigenständige Weise. »Wir verdanken ihm vielerlei Anregungen und ebenso viele fröhliche Stunden«, beschrieb Helmut Schmidt die Begegnungen mit Körber.

Einen Ausschnitt aus den diversen Anlässen, bei denen sich der Politiker Schmidt, mal allein, mal mit Ehefrau, und der Unternehmer Körber trafen, zeigt die Ausstellung »Eine Hamburger Freundschaft«, die ab dem 14. Januar im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen im KörberForum zu sehen ist. Es sind teils bislang unveröffentlichte Bilder, die von politisch ausgerichteten Begegnungen bis zu privaten Feiern reichen.

Körber sei ein Idealist gewesen – und ein Mann, der jeden Tag mindestens »fünf verschiedene Ideen« gehabt habe, erinnerte sich Loki Schmidt. Schmidt selbst sah in Körber einen »sehr tüchtigen Unternehmer« und einen Stifter, der sich in herausragender Weise für das öffentliche Wohl engagierte. Körber seinerseits bezeichnete Helmut Schmidt als »gradlinigen Politiker« und »glasklaren Analytiker« und schätzte ihn als vertrauensvollen persönlichen Ratgeber.

Eines der Lebensthemen, das der Staatsmann Schmidt und der Stifter Körber miteinander teilten, war der kritische und konstruktive Dialog mit Osteuropa, insbesondere mit Russland. Mitten im Kalten Krieg suchten sie Wege der Verständigung mit Moskau, aber auch mit anderen Staaten des Warschauer Paktes - der Politiker Helmut Schmidt im Rahmen sozialdemokratischer Ostpolitik, der Stifter Kurt Körber im Kontext seines Dialogprojekts »Bergedorfer Gesprächskreis« und seines Credos »Miteinander, nicht übereinander reden«.

In der Veranstaltung »Kein Sonderzug nach Moskau? Deutsche Ostpolitik im europäischen Kontext« am 14. Januar im KörberForum wird auch an diesen historischen Kontext erinnert werden. Zu den Teilnehmern gehört Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi, der beide, den Politiker und den Stifter, sehr gut kannte, und den der Dialog mit Russland und Osteuropa auch als Thema immer wieder begleitet hat.

Einen analytischen Blick wirft der Historiker Josef Schmid auf die Beziehung zwischen dem Politiker und dem Unternehmer, indem er hinter diese Freundschaft ein Fragezeichen setzt. »Eine wirkliche Freundschaft?« heißt sein Aufsatz und trägt den Untertitel »Die asymmetrische Beziehung zwischen dem Politiker Helmut Schmidt und dem Unternehmer und Stifter Kurt A. Körber«.

 


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