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Meldung

Was braucht es für eine internationale Erinnerung an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs?

Mitglieder der Körber History Reflection Group aus 10 Ländern Europas diskutierten in Berlin mit Vertretern des Bundespräsidialamtes über das aktuelle Erbe des Hitler-Stalin-Paktes. Im Mittelpunkt der Debatte stand die Frage, wie heute, 80 Jahre danach, an den Beginn des 2. Weltkriegs international erinnert werden kann.

Im Mai 2020 wird in vielen Ländern Europas und der Welt an das dann 75 Jahre zurückliegende Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert werden. Für ein vertieftes Verständnis darüber, welche Bedeutung der Krieg und der Zivilisationsbruch des Holocaust bis heute in den einzelnen Gesellschaften und für Europa insgesamt hat, ist es notwendig, einen Blick auf die Entwicklungen zu werfen, die zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges führten. Der Ribbentrop-Molotow-Pakt zwischen dem Dritten Reich und der Sowjetunion und sein geheimes Zusatzprotokoll, das die Aufteilung Europas in Einflusssphären regelte, wirken im Verhältnis zwischen Russland, Deutschland und den Nachbarländern in Mittelosteuropa bis heute nach.

Im Mittelpunkt des Austausches zwischen der Körber History Reflection Group und den Vertreterinnen und Vertretern des Bundespräsidialamtes standen daher folgende Fragen:  An welchen Stellen führen unterschiedliche Sichtweisen auf den Beginn des Zweiten Weltkrieges heute zu politischen und diplomatischen Spannungen und wie kann diesen Spannungen begegnet werden? Welchen Beitrag leistet ein vertiefter Blick auf die Ereignisse des Sommers 1939 zu einer zukunftsgerichteten, internationalen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg im Vorfeld des Jahrestages im Mai 2020?

Das vertrauliche Hintergrundgespräch unterstrich, wie wichtig der grenzübergreifende und interdisziplinäre Austausch zwischen Vertretern von Politik, Diplomatie, Geschichtswissenschaft und Medien in Zeiten wachsender internationaler Konfrontation ist.

Im Vorfeld des Gesprächs im Bundespräsidialamt war die Körber History Reflection Group zu Gast im politischen Archiv des Auswärtigen Amtes, wo sie mit dessen Leiterin, Elke von Boeselager, auf der Basis von Archivdokumenten zum Ausbruch des Ersten und des Zweiten Weltkrieges über die Bedeutung von Fakten im sogenannten »postfaktischen Zeitalter« sprach.

 


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